Coma - Don´t Set Your Dogs On Me - Cover
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Coma Don´t Set Your Dogs On Me


  • Label: earMusic/EDEL
  • Laufzeit: 56 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Ersatzdroge für S.O.A.D. ist wieder da.

15 Jahre Coma müssen gefeiert werden. Die polnische Alternative Rock Band ist nicht nur einer der erfolgreicheren Exporte unserer Nachbarn, sondern auch eine der letzten Hochburgen des Alternative Rock. Mit Tool, Rage Against The Machine, Audioslave und System Of A Down schien der Weg in die 2000er Jahre geebnet. Mit lauten Gitarren und nicht aufs Radio abgestimmt, knallten diese Bands zu Anfang des Jahrtausends aus den Boxen. Doch wo sind wir jetzt?

Eine Rückkehr der Albanien-Amerikaner um Serj Tankian steht weiterhin in Aussicht und in den Sternen zugleich. Die anderen Bands gibt es gar nicht mehr und so bleibt nicht viel vom einstigen Glanz. Im osteuropäischen Schatten dieser Namen hat sich Coma jedoch am Leben erhalten und brav im Zweijahrestakt neue Alben auf den Markt geworfen. Der neueste Output „Don't Set Your Dogs On Me“ erinnert wieder an die Tugenden oben genannter Bands, wobei man nahezu von Diebstahl sprechen darf.

Die Gitarren in „Keep Your Peace“ und „Always Summer“ schrammeln einem in Tom Morello-Manier um die Ohren und dazu passend schaut man sich das Gebrüll in „Dance With A Queen“ bei Rage Against The Machine ab. Allerdings freut man sich zu sehr, mal wieder eine Band wirklich in die Saiten hauen zu hören und damit das Genre gut zu vertreten, als das man viel Gram empfinden könnte. Außerdem haben sich auch Coma weiterentwickelt und geben sich in „With You“ und „Moscow“ radiotauglich (wenn man von „Moscows“ Überlänge absieht). Dazu kommt die Fähigkeit, Balladen („A Better Man“) zu zaubern und fertig ist ein richtig abwechslungsreiches, gutes Album.

Gerade der Auftakt bis „Rainy Song“ besticht durch seinen Abwechslungsreichtum. Piotr Rogucki ist dabei als Tankian-Verschnitt wieder sehr überzeugend, kann aber selten mit seiner Stimme punkten, ohne dass man an System Of A Down denkt. Das ist durchaus ungerecht gegenüber dem Sänger, da er in den ruhigeren Stücken „Moscow“, „A Better Man“ und „When The Music Is A Flame“ zeigt, dass er nicht bloß eine Kopie ist.

Die Mitte des Albums lässt als einziger Teil ein wenig zu wünschen übrig. Hier verliert die Band den Fokus auf knackige Abwechslung und liefert mit Tracks wie „Late“ und „Furious Fate“ durchschnittliche Kost. Besonders das bombastische „Lion“ zwischen diesen beiden schwächeren Liedern macht den Qualitätsunterschied deutlich. Am Ende stehen jedoch gut zehn Songs auf der Habenseite, wenn man die hohe Qualität der neuen Scheibe hervorheben will und das sollte für sehnsüchtige Alternative-Fans mehr als genug sein. Dziekuje bardzo, Coma.

Anspieltipps:

  • With You
  • A Better Man
  • Always Summer

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