Matthew E. White - Big Inner - Cover
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Matthew E. White Big Inner


  • Label: Domino Records
  • Laufzeit: 41 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Sieben groovige Stücke, verteilt auf 41 Minuten, machen Lust auf mehr.

Country-Soul ist nur etwas für Alteingeschworene? Mag sein, doch im Falle von Matthew E. White sollte man nicht zu schnell urteilen. Der Amerikaner verbindet so einiges: Altes mit Neuem, die 70er mit der Gegenwart, seine Frisur mit Konventionellem. Da ist es nicht so abwegig, dass er vielleicht auch Ablehner dessen mit seinem Musikstil zusammenbringt. Überhaupt scheint das Zusammenbringen und Zusammenhalten von Dingen von äußerster Wichtigkeit für White zu sein. Zwischen Missionarseltern auf den Philippinen und Großstadtleben verlief seine Kindheit, zwischen Basketball und Musik seine Leidenschaft. Auf seinem ersten Solo-Album spielt er sowohl alleine, als auch mit befreundeten Bands wie Megafaun und den Gayngs. Das hat mit seinem selbst gegründeten Label Spacebombs zu tun, das ebenfalls den Zusammenhalt stärken soll.

Für Big Inner hat sich Matthew E. White im Gegenzug selbst auf Unterstützung verlassen. Die holte er sich von seinem großen Vorbild Randy Newman. Das hört man, denn der Künstler tauscht zum ersten Mal - wenn auch nur kurz - seine geliebte Gitarre gegen ein Klavier. Was man auch hört, sind die Spacebomb House Band, Blashörner, Streichinstrumente und einen Chor. Am längsten bewundern kann man dies im letzten Song „Brazos“, der über stolze neun Minuten Laufzeit hat. Ebenso eindrucksvoll kommt es jedoch auch in „Big love“ zum Vorschein, passend zu den Textzeilen (I am a barracuda / I am a hurricane). Natürlich kommt auch der Jazz-Einfluss der Band „Fight the big bull“, der White normalerweise angehört, nicht zu kurz, doch die ehrlichen, flotten Texte verhelfen zu Modernität, zumindest aber Zeitlosigkeit.

„Big Inner“ ist sicherlich keine typische Musik für das 21. Jahrhundert, aber es hat Groove und damit Potential, auch neue Generationen für sich zu gewinnen. Das darf man White zutrauen, denn er hat es auch geschafft, die Kontroversen, die sein Äußeres, seine Stimme und seine Musikrichtung gemeinsam gesehen aufweisen, zu einem gelungenen Gesamtbild zusammenzusetzen.

Anspieltipps:

  • One of these days
  • Big love
  • Will you love me
  • Brazos

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