Schorsch Kamerun - Der Mensch Lässt Nach - Cover
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Schorsch Kamerun Der Mensch Lässt Nach


  • Label: Buback/INDIGO
  • Laufzeit: 43 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Komplett verkrampftes Kunst-Album des Sänger der Goldenen Zitronen.

Vor dem Hintergrund der sich neu versammelnden Unzufriedenen auf Stadtplätzen und vor Bahnhöfen, zwischen Luxusboulevards und Supereinkaufsblockfinanzmachtklotzödnissen, sowie in erschöpften Szenequartieren, hat Schorsch „Tuffi“ Kamerun ungezählte Gespräche geführt und daraus in knapp 2 Jahren einen fortlaufenden Text montiert, der eine ungewohnt breit gefächerte Bestandsaufnahme darstellt - soweit die Promotion. Klingt interessant, doch leider ist „Der Mensch Lässt Nach“ ziemlicher Krempel.

Schorsch Kamerun versteht es ja wie kaum jemand sonst im deutschsprachigen Raum, Avantgarde in oft exzellente Songs zu verpacken, zuletzt meisterhaft auf „Die Entstehung Der Nacht“. Dieses neue Solowerk hat jedoch so gar nichts von der Brillanz der Goldenen Zitronen: „Der Mensch Lässt Nach" ist oft nervtötender Quatsch. Die meist in atonalem Sing-Sang vorgetragen Texte wirken mitsamt des vor sich hin fräsenden Jazz-Gedängels fast aller Stücke einfach nur angestrengt. Klar, das hier ist aus der Bühne heraus geboren, doch leider spürt man durchgehend diese vermuffte Kleingeistigkeit moderner Theater-Kunst, die normalen Menschen jene schon vor Jahrzehnten vergällt hat. Hier ist jemand, der nie zum Betrieb gehören wollte, genau dort angekommen.

„Der Mensch Lässt Nach“ ist ein Manifest für das dekadente Ekel-Publikum großstädtischen Kultur-Miefs. Von Zeit zu Zeit blitzt mal ein heller Moment auf und der Hörer giert nach mehr, doch Schorsch Kamerun wird über die gesamte Distanz des Albums tragischerweise nicht müde, jede aufkeimende Hoffnung genüsslich zu zerschlagen. Ein Jammer.

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