Death Wolf - II: Black Armoured Death - Cover
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Death Wolf II: Black Armoured Death


  • Label: Century Media/EMI
  • Laufzeit: 47 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
9.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Der himmelhoch jauchzende Bruder der zu Tode betrübten Crowbar firmiert noch immer als Misfits/Samhain-Coverband.

Morgan Håkanssons (Gitarrist bei Marduk) Nebenprojekt Devils Whorehouse, das in der Zeit zwischen 2000 und 2009 drei Alben abwarf, entwickelte sich nach und nach zu mehr als nur einer schlichten Tributeband, die den alten Zeiten nachweinte. Grund genug, den Namen in Death Wolf abzuändern und nun mit dem zweiten Streich „II: Black Armoured Death“ beim Metalmajor Century Media anzuklopfen. Maelstrom (Gesang), Makko (Gitarre), Morgan (Bass) und Hrafn (Schlagzeug) haben das Schattendasein offensichtlich satt und jagen eine Platte durch den Äther, bei der man schon bei der Genredefinition gnadenlos scheitert.

Black Metal? Punk? Thrash Metal? Sludgecore? Doom Metal? Je länger sich der Longplayer im CD-Player dreht, desto dicker werden die Fragezeichen und eindeutiges Schubladendenken einfach über Bord geworfen. Death Wolf erzeugen einen Genrecocktail, bei dem die Prozentanteile seiner Ingredienzen mit jeder weiteren Komposition immer stärker verschwimmen, bis man vor lauter Anleihen (am auffälligsten ist wohl Maelstroms Ähnlichkeit zu Glenn Danzigs Goldkehlchen), Querverweisen zu anderen Bands und Verbeugungen vor dem einen oder anderen Idol um Luft ringt, und versucht, sich erst einmal in diesem Stillabyrinth zu orientieren.

Ist dies schlussendlich geglückt, erwartet einen ein abwechslungsreiches Metalalbum, dem es jedoch besser zu Gesicht gestanden hätte, wenn es den Fokus auf ein paar und nicht unzählige Kernessenzen gerichtet hätte, derer sich dann „II: Black Armoured Death“ bedient. In vorliegender Form schnalzen die toten Wölfe nämlich galant auf der Überholspur dahin („World serpent“), dringen mit schwarzmetallischen Eissplittern („Noche de brujas“) und kurzen Pogoeinlagen („Sudden bloodletter“) in das Langzeitgedächtnis ein oder formen einen bissigen Sludgebrocken („Malice striker“), treffen mit Klargesang in Doomatmosphäre („Lord of putrefaction“), nichtssagenden Down-Grooves („Darkness of Hel“), ADHS-geschädigten Thrash-Manifesten („Black armoured death“) und schleppenden Langeweilern („Rothenburg“) jedoch nicht immer den richtigen Ton und zerstören auf diese Weise ein vor Ideen sprühendes Feuerwerk.

Besonderes Augenmerk sollte man allerdings auf die Nummer „Little black angel“ werfen, die mit herkömmlichen Popstrukturen und erhöhtem Ohrwurmfaktor um die Ecke biegt und als entschlackte Akustikversion à la Milow, Birdy oder Walk Off The Earth womöglich „the next best Lagerfeuerhit“ in den Charts werden könnte. Metal im Radio? Das wäre doch was!

Anspieltipps:

  • Night Stalker
  • Malice Striker
  • World Serpent
  • Little Black Angel

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