Coppelius - Extrablatt - Cover
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Coppelius Extrablatt


  • Label: F.a.M.E. Recordings/Sony Music
  • Laufzeit: 50 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Sondermeldung: Viertes Album in nur 200 Jahren Bandgeschichte – Coppelius legen mit Extrablatt nach!

Laut hallt es durch die Straßen und Gassen des Landes: Extrablatt! Es ist soweit! Das neue Album der Spielmannen Coppelius steht in den Startlöchern. Welch besseren Titel hätten die Herren finden können, als „Extrablatt“. Es ist bereits der vierte Silberling, der sich an den Vorgänger „Zinnober“ (10/2010) anschließt. Eine wahrlich erfolgreiche Leistung in nur 200 Jahren, denn schließlich sind Max Coppella (Gesang, Klarinette), Nobusama (Schlagzeug), Graf Lindorf (Gesang, Cello), Comte Caspar (Gesang, Klarinette), Sissy Voss (Kontrabass) und Bastille (Gesang, Diener, Cembalo) aus dem 19. Jahrhundert zu uns gereist. Produziert wurde der Longplayer teils von Coppelius selbst, teils von Produzent und Subway To Sally Schlagzeuger Simon Michael.

Prinzipiell ist es nicht ganz so einfach, die Musik von Coppelius für neue Hörer zu beschreiben, denn Vergleiche funktionieren nie ganz. Man nehme sechs stattliche Herren aus einer anderen Zeit, klassische Instrumente (Klarinette, Kontrabass, Cello, Cembalo), würze diese mit ein wenig Verstärkung der Moderne (einem Schlagzeug und natürlich elektronischer Verstärkung) und garniere diese mit mehrstimmigem Gesang. Klingt nach einem Grundrezept, das in jegliche Richtung gehen könnte. Bei Coppelius wird diese Mischung zu etwas, das sie selbst Kammer-Core nennen: Solide Rockmusik, teilweise mit einer leicht punkigen Note sowohl in Rhythmus wie auch Gesang.

Genau diese Qualitäten beweist die Kapelle auch auf ihrem neuen Album „Extrablatt“. Abwechslungsreich, gewürzt mit der nötigen Prise Wahnsinn (den allein der Bandname schon mit sich bringt, oder nicht?), Poesie, Einfallsreichtum und Mehrdeutigkeit, entfalten sich 13 neue Lieder. Titel wie „Spieldose“ oder „Butterblume“ stehen balladesk im starken Kontrast zu schnellen Tracks wie „Bitten, Danken, Petitieren“ oder „Keine Kamera“. Die englischen Titel „Locked Out“, „I'd Change Everything“ und „Running Free“ verstecken sich mühelos zwischen den sonst deutschen Texten und stehen ihnen in keinster Weise nach. Im Gegenteil, sie erweitern sogar noch den Facettenreichtum der Musiker, geben ihnen die Möglichkeiten zu weiteren Klangwelten, die durchaus Folk Rock-Elemente beinhalten.

Ein letztes Highlight setzt das Subway To Sally-Cover „Maria“, das im Rahmen des Bandjubiläums der großen Mittelalter-Rocker entstanden ist und ursprünglich auf der Jubiläums-CD, die im Rahmen der Eisheiligen Nacht 2012 erhältlich war, veröffentlicht wurde. Mit „Extrablatt“ ist den Musikern von Coppelius ein starker und ausgeglichener Nachfolger von „Zinnober“ gelungen. Ihre Musik zeigt die nötige Einzigartigkeit und den gewissen Wiedererkennungswert, um sich auf dem Musikmarkt zu behaupten. Die Songs selbst sind ausgeglichen und ohrwurmlastig genug, um den Hörer ganz für sich zu gewinnen. Coppelius sind nicht nur für Fans der Band einen Blick wert und ein Erlebnis für sich!

Anspieltipps:

  • Bitten, Danken, Petitieren
  • Butterblume
  • Running Free
  • Maria

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