Dance With Dirt - We Are Dance With Dirt - Cover
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Dance With Dirt We Are Dance With Dirt


  • Label: Popup/CARGO
  • Laufzeit: 45 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Rock als melodisch lärmende Klangmauer mit manisch tremolierendem Sänger.

Ganz unbescheiden verkünden die Dänen Dance With Dirt ihr Motto „we’re here to take it all” und veröffentlichen nach drei EPs ihr Debütalbum, dem sie stolz und selbstbewusst den Titel „We Are Dance With Dirt“ verpassten. Das verheißt Aufbruchstimmung, Indie-Rock, Euphorie und Spaß. Eine Tatsache, die auch das grelle Coverartwork verkündet: Rock’n’Roll Foto-Collagen in roten, violetten und gelben Tönen, die auch im Booklet mit allen abgedruckten Texten zu finden sind. Zudem ließ Produzent Jacob Bredal die Band ihre Songs live im Dead Rat Studio in Arhus einspielen und verzichtete auf jegliche Aufnahmetricks.

Mit „Flush“ wird der erste Nagel ins Rock-Brett geschlagen. Ein nach vorne gepeitschter Song, der auch als Single erschienen ist und in Dänemark bereits erste Erfolge erzielte. Für Dance With Dirt bedeutet dieser Song alles, er kam aus dem Nichts, erzählt von der Grundhaltung, nicht aufzugeben, und an dem festzuhalten, wofür das Herz schlägt und bei Dance With Dirt pocht es im Rhythmus des ROCK. Allerdings bleiben einige Herzrhythmusstörungen nicht aus. Das musikalische EKG zeichnet einen Zick-Zack-Kurs in die Tonspuren, der erwachsenen Indie- und harten Alternative-Rock mit den Nadeln im roten Bereich generiert. Elf Songs, die bei aller Betonung eines fulminanten Rhythmusgefüges immer eine Melodie in den Rock’n’Roll-Lärm spritzen.

Hin und wieder werden zwingende E-Gitarren-Soli zum Besten gegeben, wie z.B. auf „One Of These Days“, „The Catch“ und „Trojan Horse“, meistens jedoch bauen sie eine lärmende Stromgitarren-Klangmauer (Kristoffer Veirum, Magnus Jacobsen) gemeinsam mit dem tiefbreiten, immer wieder slappenden Bass (Jonathan Lyby), den sie steinschwer in der Magengrube versenken. Dazu trommelt Jess Gertsen ein vielarmiges, tonnenschweres Schlagzeug. Über, zwischen und in jener Klangmauer tremoliert der Sänger Magnus Jacobsen wie eine manische Kreuzung aus Bryan Ferry, David Thomas (Pere Ubu), Roger Chapman und Robert Plant. Leute, das rockt zwischen Wipers („Where Are You“) und Led Zeppelin („Girls“), wie gesagt ein echtes Brett.

Der Vorteil der Live-Studio-Produktion ist gleichzeitig auch ein Nachteil. Wer eine Vorliebe für ein differenziertes Klangbild hat, dem dürfte „We Are Dance With Dirt“ zu grobschlächtig daherkommen. Alle anderen Rock-Liebhaber werden auf ihre Kosten kommen. Nebenwirkungen wie Tinnitus, hoher Blutdruck und beschleunigter Puls sind beabsichtigt. Eine Überdosis hat Schwindel und Kreislaufstörungen zur Folge, diese wiederum können zu Stürzen auf schmutzigen Tanz- oder Festival-Böden führen. Womit auch eine Erklärung für den Bandnamen gefunden wäre.

Anspieltipps:

  • Flush
  • One Of These Days
  • Where Are You
  • Girls

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