Stevie Tombstone - Greenwood - Cover
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Stevie Tombstone Greenwood


  • Label: Cloverdale Music/H'ART
  • Laufzeit: 33 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Was Handwerk von der Kunst trennt...

Stevie Tombstone war inzwischen mit so vielen bekannten Namen des Americana-Folk unterwegs, dass man ihm seine Begeisterung für das Genre jederzeit abkauft. Er ist optisch vielleicht kein Johnny Cash, doch mit seiner Gitarre und dem schwarzen Anzug passt er gut ins Profil eines Man in Black. Was man sieht, was man hört und der Name selbst stimmen also. Warum ist der Name Stevie Tombstone dann noch nicht ganz oben in der Liste angekommen. Die Antwort hierauf ist, dass Tombstone ein Huldiger seiner Leidenschaft ist, nicht aber ein Schöpfer.

„Lucky“ ist einer dieser Momente, der zeigt, dass mit genug Detailverliebtheit Authentizität kein Problem ist. Es braucht nicht viel Fantasie, um den dünnen Mann allein mit seiner Gitarre im Spotlight vor sich zu sehen. Wenn es lockerer wird, wie im Titeltrack „Greenwood“, bröckelt die Fassade des melancholischen Künstlers und nach gut drei Minuten geht dem Fünfminutenstück auch die Puste aus. Da ist keine stampfende Kraft wie bei Cash und auch kein besonderes Moment, welches Vertreter wie Wilco ausmacht.

Der Titeltrack, der die lang gezogenen Vokale schon anstimmt, findet im anschließenden „Just Ain't Right“ seine konsequente Fortsetzung. Mundharmonika und noch mehr Qual in der Stimme erinnern an so ziemlich alles, womit man den Country gern in die Schublade steckt. Am Ende versucht Tombstone bestimmt nur abwechslungsreich zu sein, doch bis auf die minimalistischen Gitarren-Nummern wie „Nails“ lässt sich nie erkennen, was den Stil Greenwoods eigentlich ausmacht. Es wird wild, aber nie wirklich umwerfend, auf die typischen Klänge des Genres zurückgegriffen, ohne dass eine Vision oder ein Konzept sichtbar würde.

Die ruhigen Balladen allein wären wohl kaum genug für ein Album, doch eine Entschuldigung für so unausgereifte Mischung an Liedern. Bei gerade mal 33 Minuten fällt ein Drittel bedingt gut geratener Kost stark ins Gewicht und da die besseren Lieder unter sich keinen Hit haben, schafft Tombstone es nicht, im Kopf, geschweige denn im Herzen zu bleiben. Man will ihn und seine Mission als Country-Fan mögen, doch die Emotionen, die das Genre erst stark machen, werden zu selten entfacht.

Anspieltipps:

  • Lucky
  • Nails
  • I Wish I Was Back In Texas

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