Camper Van Beethoven - La Costa Perdida - Cover
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Camper Van Beethoven La Costa Perdida


  • Label: Neo/Sony Music
  • Laufzeit: 43 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Abgeklärt und super-entspannt: Der Stilmix Camper Van Beethovens schaltet auch 2013 das Kopfkino ein.

Wer bereits Mitte der 80er die alternative Musikszene beobachtet hat, der kam an Camper Van Beethoven nicht vorbei. 1983 in Kalifornien gegründet, setzten sie sich aus Singer/Songwriter David Lowery, Jonathan Segel (Violine), Victor Krummemacher (Bass), Chris Molla, Greg Lisher (Gitarren) und Chris Pedersen (Drums) zusammen. Eine Besetzung, die bis auf Molla auch auf dem aktuellen „La Costa Perdida“ Bestand hat. Ebenso Bestand hat die spezielle Mixtur, die Camper Van Beethoven auszeichnet. Sie verbinden Folk, Punk, Ska, Rock und Weltmusik zu etwas ganz Eigenem, das sie selbst einmal als surrealistisch-absurden Folk bezeichneten.

Absurd, augenzwinkernd und politisch kam bereits ihr Titel „Take The Skinheads Bowling“ vom sagenhaften Debüt „Telephone Free Landslide Victory“ (1985) daher. Nach zwei weiteren hervorragenden Alben gelang ihnen das Meisterstück „Our Beloved Revolutionary Sweetheart“ (1988), dem 1989 der vorläufige Schlussstreich „Key Lime Pie“ folgte. Danach gründete Lowery Cracker, die bis heute aktiv sind und zuletzt (2009) „Sunrise In The Land Of Milk And Honey“ veröffentlichten. Zudem erschien 2011 „The Palace Guards“, David Lowerys bemerkenswertes Soloalbum. Nicht unterschlagen werden sollte die erste Rückkehr von Camper Van Beethoven, die 2002 das Album „Tusk“ von Fleetwood Mac in Gänze coverten, als der derzeitige (durchaus berechtigte) Fleetwood Mac-Hype noch in weiter Ferne war. Außerdem lieferten sie 2004 das beeindruckende „New Roman Times“ mit Eigenkompositionen ab.

Selbst geschriebene Songs sind auch auf dem aktuellen Werk zu finden. Der Albumtitel nimmt Bezug auf die Heimat der Bandmitglieder, auf die sogenannte ‚Verlorene Küste Kaliforniens‘, einem überwiegend einsamen Landstrich im Norden des Landes. Eine Region, die sich auch in den zehn Songs widerspiegelt und die besondere Art von Camper Van Beethoven auch im Jahr 2013 in voller Blüte reifen lässt. Es sind gerade die gegensätzlichen Pole der gereiften Musiker und ihrer unbekümmerten, dennoch klugen kalifornischen Art, die den Reiz dieses Longplayers ausmachen. Zudem lassen sie ihren Stilmix wie aus einem Guss klingen, spielen sowohl mit einer super entspannten Laid-Back-Haltung („A Love For All Time“), die immer wieder mal von einem in leichter Schieflage gespielten Folk-Punk flankiert wird. Dazu sliden und blitzen Westcoast-Gitarren-Licks („Too High For The Love-in”) oder die Violine zieht ihre Kreise vom Folk bis zu weltmusikalischen Weisen wie z.B. auf „Someday Our Love Will Sell Us Out“ oder „Summer Days“.

Wie Ska, Folk und Punk zueinander finden, demonstriert „Peaches In The Summertime“ eindrucksvoll. Auf dem siebenminütigen „Northern California Girls“ singt bezeichnenderweise ein Background-Chor namens The Peach Boys die Harmonien. Dieser herrlich harmonisch-entspannte Song bildet gemeinsam mit dem Country- und Latino- infizierten Titelsong das Herzstück des Albums. Dabei suggerieren Camper Van Beethoven so einiges: Bekifft am Strand liegen, den Bikinimädchen hinterherschauen, genüsslich ein Sandwich kauen („Make me a sandwitch“ wird auf „Too High For The Love-in“ mehrfach wiederholt), torkelnd in den weichen Sand fallen usw., Fantasie und Humor des Hörers werden keine Grenzen abverlangt.

Anspieltipps:

  • Too High For The Love-in
  • Northern California Girls
  • La Costa Perdida
  • A Love For All Time

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