Manilla Road - Mysterium - Cover
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Manilla Road Mysterium


  • Label: Golden Core/ZYX
  • Laufzeit: 50 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Auch nach über 35 Jahren wollen es Manilla Road noch wissen.

Nicht so bekannt wie AC/DC, dafür aber als Mitbegründer des Epic Metal in den Geschichtsbüchern verankert, hat Manilla Road auch nach über 35 Jahren noch ein paar neue Töne im Gepäck. „Mysterium“ heißt der neue Streich und muss sich abermals gegen die Zeichen der Zeit wehren. Haben die alten Herren noch genug Power für einen Longplayer? Auch nach der Wiedervereinigung 2001 konnten Manilla Road ihre Kritiker und Fans noch überzeugen, doch mit jedem neuen Jahr sorgt man sich auch ein wenig um den nicht jünger werdenden Mark Shelton (Gesang), sein Stimmorgan und natürlich den Rest der Band.

Was AC/DC können, wollen Manilla Road aber auch mit aller Gewalt können und versuchen, die Hörer gleich zu Beginn mit wahrlich epischen Arrangements aus dem Sessel zu kippen. „The Grey God Passes“ und „Stand Your Gorund“ sind non-stop Rocker, die keine Gefangenen machen. Die Gitarren drücken einen erbarmungslos gegen die Wand und wer sich trotzdem aus dem kraftvollen Druck der Melodie befreien kann, wird eben vom reitenden Schlagzeug zurückgedrängt. Die vier Herren wissen immer noch, wie Epic Metal zu klingen hat. Alterserscheinungen werden allerdings bei Sheltons Gesang immer durchdringender. Shelton klingt angestrengt und die Momente, in denen er so klingt, wie man sich das zu den krachenden Gitarren vorstellt, sind im Endeffekt in der Unterzahl.

Diese Tatsache tut sich besonders deutlich beim Hören schnellen Kracher mit den Hymnen „The Battle Of Bonchester Road“ und insbesondere „The Fountain“ auf. Hier wird die gealterte Stimme perfekt eingesetzt. Der erfahrenen und alten Stimme will man stundenlang zuhören, wie sie nach der Jugend bringenden Fontäne sucht („The Fountain“). Die härteren Klänge des Albums hingegen werden mehr von den Instrumenten getragen, was es besonders für die langsameren Songs schwer macht. So werden „The Hermitage“ und „Do What Thou Will“ nicht bei jedem sofort und bei einigen wohl nie richtig zünden.

Der Abschluss des Albums mit einem über vierminütigen Instrumental-Song, der den knapp zwölfminütigen Closer „Mysterium“ einleitet, ist dann exklusiv für Epic-Metal-Fans. Ein Lied, welches einfach nicht enden will und sich von mystischer Stimmung zu brechenden Gitarren vorarbeitet und wie Ebbe und Flut die Stimmungen stets in Bewegung hält. Insgesamt darf man aber sagen, dass nicht nur althergebrachte Fans Spaß an dieser Musik haben können. Manilla Road sind wieder einige gute Stücke gelungen und wer über Sheltons teilweise schwächelnde Stimme hinweg hören kann, der wird mit richtig guter Rockkost versorgt.

Anspieltipps:

  • Stand Your Ground
  • The Fountain
  • Hallowed By The Grave

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