My Sister Grenadine - Spare Parts - Cover
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My Sister Grenadine Spare Parts


  • Label: Solaris Empire/Broken Silence
  • Laufzeit: 41 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
7.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Süß, lieb und will doch nur spielen: My Sister Grenadine.

Da werden gleich dunkle Erinnerungen wach. War doch auf My Sister Grenadines letztem Album das verspielte und vor allem harmlose „Fireworks“ der einzige echte Schwachpunkt des ansonsten interessanten und gut gelungenen „Subtitles & Paper Planes“. Das neue Album „Spare Parts“ setzt durchgehend auf den gar zu minimalistischen Stil und wirkt genau wie „Fireworks“ zu seiner Zeit verspielt, doch im Grunde ziemlich gehaltlos.

Diesmal strotzen die Lieder allerdings vor psychedelisch klingenden, aber unglaublich nackten Streichern, welche die ebenfalls kahl wirkende Stimmung untermalen. My Sister Grenadine lebt den Minimalismus erneut und so faszinierend dies im Opener auch klingt, so schnell verliert dieser Ansatz seine Wirkung. Solange der Künstler noch auf andere Instrumente und gänzlich andere Stimmungen wie in der Ballade „Survival Kit“ zurückgreift, funktioniert das intensive Klanggebilde einwandfrei. So umgeht My Sister Grenadine zumindest im ersten Drittel großartige Wiederholungen und stößt sich erst am oberflächlichen „Rickety Rackety“.

Dieser Stolperstein ist allerdings der Marker für den qualitativen Abfall des Albums. Nur wenige Stücke können noch eigene Akzente setzen und erinnern mehr an das bereits Gehörte. Ein „Modern Art“ ist da die positive Ausnahme, denn ansonsten klingt My Sister Grenadine entweder verbraucht oder erneut oberflächlich verspielt („Scissors“ und „Earth Lovers Shampoo“), was schlichtweg nicht fesselt. So dümpelt das Album in der zweiten Hälfte vor sich hin, auch weil der Einsatz und die Technik von Gitarre und Streichern immer sehr ähnlich klingen und beim gewählten Minimalismus für wenig Abwechslung im Kopf sorgen. Für eine gute, vielleicht sogar sehr gute EP hat My Sister Grenadine genug interessante Ideen auf „Spare Parts“ vereint, doch das Ergebnis fühlt sich schon früh gestreckt an und verliert seinen recht einzigartigen Ansatz in seiner eigenen repetitiven Natur.

Anspieltipps:

  • Anthem For
  • Survival Kit
  • Modern Art

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