Petra Haden - Petra Goes To The Movies - Cover
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Petra Haden Petra Goes To The Movies


  • Label: Anti Records
  • Laufzeit: 49 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Björk goes Kino!

A cappella ist nicht jedermanns Sache. Wer den einen oder anderen schief erscheinenden Ton nicht aushält, der nimmt am besten jetzt gleich Abstand von Petra Hadens „Petra Haden Goes To The Movies“. Mit einer stimmlichen Selbstsicherheit, wie sie sonst nur eine Björk an den Tag legt, schmettert Haden in ihren Arrangements großteils alte Filmklassiker in a cappella-Manier durch den Raum. Das ist ein nettes Ergebnis, welches man sich jedoch oft mit einem Chor besser vorstellen kann. Individualität bekommen die Versionen natürlich durch den immer wieder schrägen, aber doch passend anmutenden Sound.

Natürlich gibt es dabei Lieder, welche besser funktionieren und ein paar Ausfälle. Abgesehen davon, dass man „Goldfinger“, „It Might Be You“ und „This Is Not America“ nicht mal ansatzweise a cappella nennen darf, ist „Goldfinger“ einer der Tiefpunkte des Albums. Der Gegensatz zwischen dem tiefen Gesang und den hohen Kontrapunkten des Chors ist ein netter Griff, welcher nicht über das unharmonische Gesamtbild hinwegtäuschen kann. Hier und da wirkt das Album auch unfreiwillig komisch, so wie beim „Superman Theme“. Dazu kommt die gescheiterte Mission Trent Reznors Oscar prämierten Soundtrack zu The Social Network zu würdigen. „Hands Covers Bruise“ ist ein stimmlich gut umgesetztes Werk, das allerdings aufgrund nötiger Atempausen nicht die schwellende Dichte des Originals erreicht und damit nicht dieselbe Wirkung erzielt.

Aber natürlich ist nicht alles schlecht. Besonders Western lassen sich großartig auf die vorgetragene Weise darstellen und auch „Cinema Paradiso“ ist einen Hördurchgang (und folgende) Wert. Es ist nahezu unmöglich, nicht die eine oder andere Nummer zu finden, die a cappella Freunde anspricht. Allerdings muss man diesem Album auch anhören, dass es ein Experiment ist. Hier scheint vieles auf gut Glück versucht worden zu sein und so machen die meisten, gebliebenen Ecken und Kanten das Album nicht reicher, sondern zeigen die noch vorhandenen Fehler auf, die es bei weiteren Experimenten dieser Art zu vermeiden gilt.

Anspieltipps:

  • This Is Not America
  • A Fistful Of Dollars
  • My Bodyguard
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