Black Rebel Motorcycle Club - Specter At The Feast - Cover
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Black Rebel Motorcycle Club Specter At The Feast


  • Label: Cooperative/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 59 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
8.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Konsequenter als Robert Levon Been und Peter Hayes haben sich nur ganz wenige dem traditionellen Rock verschrieben.

Robert Levon Been und Peter Hayes sind echte Stoiker. Steif weht ihnen der Wind musikjournalistischer Missbilligung seit einigen Jahren schon ins Gesicht: nichts Neues, die ewige Alternative Rock-Leier, Lederjacken-Look, wie ihn H&M längst massenkultiviert hat, langweilig, ewig-gleicher Groove - so der Tenor. Und dann war Beat The Devil's Tattoo” 2010 auch noch ein Alle-Facetten-in-einem-Album. Der Slow-Groove vom Debut, die uptempo-Nummern von „Take Them On, On Your Own“, der Gospel und die Americana-Anklänge von „Howl“, die Hymnen von „Baby 81“, alles vergoren in ein hochprozentiges Gemisch dreckigen Rocks.

Drei Jahre später ist eine der besten Live-Bands im Rockgeschäft natürlich nicht anfälliger geworden für Anpassungsleistungen an musikalische Aktualität, im Gegenteil. Und wenn die ganze Welt dagegen anschreibt, so lange sie irgendwie davon leben können werden Been und Hayes ihre zutiefst antiquierte Vorstellung von Rock-Musik durchziehen. Dass sie kongruiert mit einer Vorstellung von Rock als hipper Pose, die mit den Strokes und White Stripes zu Beginn des Jahrhunderts schnell en vogue wurde und auf Dauer - so der Vorwurf - im Heutzutage nichts anderes als ein Klischee sein kann, stört den BRMC, erstens, herzlich wenig, und ist, zweitens, auch nicht seine Schuld. Konsequenter als Been und Hayes haben sich nur ganz wenige dem traditionellen Rock verschrieben.

Und so gibt es nicht viel Neues zu berichten, außer dass das sechste Studioalbum des Black Rebel Motorcycle Club ruhiger („Fire Walker“), balladesker, bisweilen auch wieder gospeliger („Sometimes The Light“) daherkommt als zuletzt. Ein stimmlich tiefbassiger Slow-Groove umweht hier Szenerien aus schwarz-weiß gehaltenen Gefühlsaufnahmen mit viel Zigarettenqualm. Eruptiv brechen diesmal nicht ganz so zwingende uptempo-Stücke den Himmel auf („Hate The Taste“), aber der Grundton bleibt mollig entschleunigt.

Schön, dass Roberts Vater Michael Been die gebotene Ehrerbietung erfuhr, und sich mit „Let The Day Begin“ ein Song seiner Band The Call auf dem Album wiederfindet. Dass Been Senior in den letzten Jahren als Sound-Engineer der Band seines Sohnes fungierte und während einer Show beim belgischen Pukkelpop Festival 2010 mit 60 Jahren einem Herzinfarkt erlag, passt zu einem Lebensweg, den der Black Rebel Motorcycle Club in einer Konsequenz beschreitet, wie ihn das Gros seiner Kritiker niemals gehen könnte.

Anspieltipps:

  • Let The Day Begin
  • Fire Walker
  • Rival
  • Hate The Taste

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