Toploader - Only Human - Cover
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Toploader Only Human


  • Label: India/Rough Trade
  • Laufzeit: 61 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein Comeback nach zehn Jahren Pause, bei dem mehr drin gewesen wäre.

Nach lediglich zwei Studiolongplayern, dem mehr als zwei Millionen Mal verkauften „Onka’s Big Moka“ (08/2000) sowie „Magic Hotel“ (10/2002), verabschiedete sich die britische Band Toploader im Jahr 2003 in die ewigen Jagdgründe der Popmusik und wurde den Stempel des One-Hit-Wonders, den sie wegen ihrer Coverversion des King-Harvest-Songs „Dancing in the moonlight“ aufgedrückt bekam, bis dato nicht mehr los. Obwohl Toploader beim Publikum in aller Regel gut ankamen, zählte die Musikpresse nicht unbedingt zu den Freunden des aus Eastbourne stammenden Quartetts, was wohl auch daran lag, dass inzwischen andere Bands von der britischen Insel wie Coldplay oder auch Muse in den Startlöchern standen, die sich zu Kritikerlieblingen aufschwingen sollten.

Toploader zogen die Reißleine und die Bandmitglieder zerstreute es über den Globus. Sänger Joe Washbourne zog nach Los Angeles und arbeitete als Komponist für Filmmusik. Die Gitarristen Dan Hipgrave und Julian Deane wurden Fernsehmoderator bzw. Künstlermanager und Bassist Matt Knight studierte Medienwissenschaften. So zog die Zeit ins Land, bis sich die Musiker anlässlich einer Hochzeitsfeier wiedersahen und kurz darauf gemeinsam im Proberaum trafen. Ohne den aus Zeitgründen verhinderten Julian Deane verkündeten Toploader im Jahr 2009 ihre Re-Union (flankiert von einer peinlichen Best-Of-CD, die ihr altes Label zur Feier auf den Markt warf) und nahmen zusammen mit Produzent Danton Supple (Coldplay, Morrissey, Suede, Soulsavers) ihr drittes Album „Only Human” auf, das in Großbritannien im Juni 2011 erschien, aber nur ein geringes Medienecho hervorrief.

Mehr als 1½ Jahre hat es gedauert, bis für den deutschen Markt ein Vertrieb für das aktuelle Toploader-Album gefunden werden konnte, was ein Indiz dafür sein mag, dass niemand ein Comeback der Briten auf dem Zettel hatte und auch nach der Verkündung dessen die Beine gepflegt stillgehalten wurden. Dabei sollten zumindest die Fans der ersten Alben mit „Only Human“ eine Vollbedienung aus raumgreifenden Popmelodien („A balance to all things“, „Turn it around“) erhalten, die von Robbie Williams („Sound of your soul“), über die Pet Shop Boys („Never stop wondering“) bis hin zu Coldplay („Paradise“, „Closure“) all das aufzugreifen versuchen, was in den vergangenen zehn Jahren in der britischen Popmusik funktioniert hat.

Neben dieser Aufarbeitung der letzten zehn Jahre, die phasenweise recht gut gelingt, haben Toploader anno 2013 allerdings kaum etwas zu bieten, mit dem der Hörer aus der Reserve zu locken ist. Nun ja, und dann kommt zum Schluss doch wieder die Keule raus, indem „Dancing in the moonlight“ als akustischer Bonus Track für das deutsche Publikum ans Ende des Albums geklebt wird. So kann das ja nichts werden mit der Emanzipation!

Anspieltipps:

  • Paradise
  • Only human
  • Weight of the world
  • Never stop wondering
  • A balance to all things

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