The Virginmarys - King Of Conflict - Cover
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The Virginmarys King Of Conflict


  • Label: Doublecross Records/Cooking Vinyl
  • Laufzeit: 55 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Unerwartet heavy rockende Newcomer von der britischen Insel.

Nach drei inzwischen offiziell als vergriffen geltenden EPs, ist es für das Newcomer-Trio aus dem britischen Macclesfield (südlich von Manchester gelegen) endlich an der Zeit für sein lang erwartetes Debütalbum. Denn auch wenn die stolzen Besitzer der zum Teil in Eigenregie vertriebenen EPs schon diverse Songs des „King Of Conflict“-Albums kennen werden, dürfte die Spannung unverändert groß sein, ob Großbritannien nach langer Zeit mal wieder einen veritablen Rock-Act an den Start bekommt. Wir heißen deshalb willkommen: The Virginmarys!

Gerade wer die Vorab-EPs nicht kennt, wird schon zu Beginn des Albums die rohe Energie auffallen, mit der die Herren Ally Dickaty (Gesang, Gitarre), Matt Rose (Bass, Piano) und Danny Dolan (Schlagzeug) auf ihrem Longplay-Debüt zu Werke gehen. Soviel Verve und Schmackes war zuletzt höchstens von den Gallows zu hören. Doch nun legen The Virginmarys ein paar Briketts nach und lassen ihrer Entschlossenheit freien Lauf.

Das zusammen mit Produzent Toby Jepson (Gun, Little Angels, Young Gods, Saxon) und Toningenieur Chris Sheldon (Biffy Clyro, Foo Fighters, Radiohead) entstandene Werk ist kein Album im klassischen BritRock-Stil der 70er Jahre (irgendwo fiel der Name Led Zeppelin – das ist Quatsch!), sondern eine mitunter knüppelharte Mischung aus Alternative-, Hard-, Punkrock und Grunge – oder, wenn man so möchte, eine deutlich härtere Variante von Ash oder auch der frühen Feeder („Ends don’t mend“).

Leicht auszurechnen ist die Band deshalb nicht. Und sicher auch nicht dem Retro-Hype unterworfen. Dazu ist Sänger und Gitarrist Ally Dickaty ein viel zu großer Wutklumpen und Schreihals und Songs wie „Dead man’s shoes“ und „Portrait of red“ viel zu heftige Riffgewitter. Dafür wäre man in den Siebzigern noch verhaftet worden. Weil sich das Trio aber nicht auf eine Epoche festnageln lässt, kombinieren die Drei auch Gitarrensoli im Stil von Slash (Velvet Revolver) mit der Rhythmusarbeit von Audioslave („Running for my life“), pflügen durch die Bluesrock-Gefilde eines Jack White („Bang bang bang“) oder packen einen feschen AC/DC-Rock’n‘Roll-Groove (also doch wieder die 70er?) aus, der zusammen mit dem herrlich angepissten Manchester-Slang einfach nur cool ist („Out of mind“).

Bands, die den Hörer dermaßen mit Referenzen kitzeln, werden gerne mit dem Stempel der Verachtung gegeißelt. Das muss nicht sein! Denn The Virginmarys sind mehr als ein Hype, an dem auch die Jungfrau Maria ihren Spaß gehabt hätte. Die drei Burschen aus dem Einzugsgebiet Manchesters feuern ein vor Riffs und Härte strotzendes Debüt auf den Markt, das dem etwas eingerosteten (Brit-)Rock-Sektor neuen Schwung verleiht!

Anspieltipps:

  • My little girl
  • Lost weekend
  • Dressed to kill
  • Ends don’t mend
  • Running for my life

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