Atoms For Peace - Amok - Cover
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Atoms For Peace Amok


  • Label: Beggars/INDIGO
  • Laufzeit: 45 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Da flattert der Ente die Rübe. Electro-Gefrickel von Thom Yorke, Nigel Godrich und Flea.

Supergruppen-Alarm! Schon wieder. Und doch ist diesmal etwas anders als sonst. Vielleicht weil man weiß, dass sich für Atoms For Peace zur Abwechslung mal keine mit Testosteron geschwängerten Rockstars zusammengetan haben, sondern Musiker unterschiedlichster Couleur, die sich unter der Federführung von Thom Yorke (44) als kleiner Ableger von Radiohead präsentieren.

Atoms For Peace wurden ursprünglich als Live-Band für Thom Yorkes Soloalbum „The Eraser“ (07/2006) ins Leben gerufen und bestehen neben dem Radiohead-Sänger aus Flea (Red Hot Chili Peppers), den Sessionmusikern Joey Waronker (Beck) und Mauro Refosco (Brian Eno) sowie Nigel Godrich, der sich u.a. als Produzent von Air, R.E.M., U2, Travis und natürlich Radiohead Kultstatus erarbeitete.

„Amok“ knüpft stilistisch sowohl an das letzte Radiohead-Album „The King Of Limbs“ (03/2011), als auch an Yorkes „The Eraser“ an. Das bedeutet, dass elektronisch erzeugte Klänge zu jeder Zeit dominieren und den Einsatz organischer Instrumente der Herren Flea (Bass), Waronker (Drums) und Refosco (Perkussion) in den Schatten stellen. Thom Yorke nutzt seine Stimme wie ein hypnotisch über allen Sounds schwebendes weiteres Instrument und erzielt damit ein extrem dichtes Klangspektrum, das über das gewohnte Frickel- und Pluckerspektakel aus dem Synthie-Lager hinausgeht.

Nicht nur dadurch ist „Amok“ kein Album, das sich gleich beim ersten Hören vollends erschließt. Zwar geht der nervös tänzelnde Opener „Before your very eyes...“ sofort in Kopf und Bein – sich dazu auf der Tanzfläche zu bewegen, könnte allerdings in einer akuten Verknotung von Synapsen und Körperteilen enden, denn Atoms For Peace kontern die hoppelnden Beats mit Yorkes mönchsartigem Gesang und einer bedrohlich schwebenden Bassline aus.

Auf diese Weise bieten Atoms For Peace ein munteres Sammelsurium aus klackernden Breakbeats („Default“, „Unless“), verschachtelten Keyboardklängen („Ingenue“), dröhnend-perkussiven Schotterpisten („Dropped“), groovenden Keyboardlandschaften („Stuck together pieces“), verstörenden Geisterchören („Judge jury and executioner“) und der fast unwirklichen, in Falsetttönen über den Dingen schwebenden Stimme Thom Yorkes. Für Electro-Freaks ist „Amok“ deshalb ein gefundenes Fressen. Und wer die letzten Radiohead-Alben mochte, wird auch hiermit gut klarkommen. Nur eines lässt sich eben nicht wegdiskutieren, nämlich dass einem nach dreimal „Amok“ am Stück ganz schön die Rübe flattert.

Anspieltipps:

  • Unless
  • Ingenue
  • Reverse running
  • Before your very eyes...

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