Metaboman - Ja/Noe - Cover
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Metaboman Ja/Noe


  • Label: Musik Krause/Rough Trade
  • Laufzeit: 64 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
3.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Kunst, zu unterhalten, wurde glatt vergessen.

Es ist immer wieder eine undankbare Aufgabe, DJs auf eine CD zu zwingen. In Zeiten vorgefertigter Playlists sollte dieses Konzept zwar leichter fallen, doch nirgends klafft die Wirkung von Live- zu aufgenommener Musik so sehr, wie bei House/Techno-Alben eines einzelnen Künstlers. Metaboman bildet da keine Ausnahme und lässt den Hörer durch eine gute Stunde von Musik irren, die nicht zündet, wenn man sie alleine hört.

Was sofort ins Ohr fällt, ist dass das Tempo der Platte den interessantesten Fixpunkt liefert. Metaboman variiert die Geschwindigkeit seiner Beats und unterfüttert sie stetig neu, um bloß keine repetitiven Passagen entstehen zu lassen. Wer genau hinhört, kann spüren, dass die Lieder stets in Bewegung sind. Ein interessanter Aspekt, der allerdings nicht über ein gesamtes Album trägt. Eine Playlist, die man im Club hört und selbstgewählt Pausen einlegt, kann man sich schon besser vorstellen, wenn „Wonderboy“, „Kontrapfiffie“ und „Bibibig“ zum Auftakt aus den Boxen wabern.

Wie sich das für eine House-Playlist gehört, die nicht auf überladene Soundscapes setzt, sind Höhepunkte nicht wirklich auszumachen. Es geht viel mehr um den Flow oder darum, diesen gekonnt zu unterbrechen und neu zu kanalisieren. Das gelingt Metaboman ordentlich, wenn man von nervtötenden Vocals in „Dubbyone“ absieht. Wer allerdings konzentriert zuhört, der wird die aus den Boxen strömenden Töne schnell in den Hintergrund verdrängen. Diese Musik funktioniert nur, wenn man eine Haus-House-Party steigen lässt.

Selbst wenn besagte Party steigt, werden aber nur wenige Nummern wirklich auf die Tanzfläche laden und nicht bloß als Erschwerung von Gesprächen funktionieren. „Ultrakörper“ und „Ringer“ sind solche Titel, die wirklich Partystimmung aufkommen lassen. Ansonsten findet sich zu viel verkopfter Rhythmus und zu wenig greifende Melodie und Bässe, um mitreißen und letztendlich auch über den Zeitraum einer immer länger wirkenden Stunde begeistern zu können.

Anspieltipps:

  • Ultrakörper
  • Wonderboy
  • Ringer

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