Mudhoney - Vanishing Point - Cover
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Mudhoney Vanishing Point


  • Label: Sub Pop/CARGO
  • Laufzeit: 34 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Andersartigkeit Mudhoneys ist auch heute noch schön anzulauschen.

Die, die anno 1988 mit ihrer EP „Superfuzz Bigmuff“ die Kastanien aus dem Feuer holten, die ein krachig-seltsames Etwas namens Grunge mitbegründeten, sind nicht nur wieder da, sie feiern auch noch 25-jähriges Bandjubiläum. Genau wie das Seattler Label schlechthin, Sub Pop. Zwar gingen die großen Airplays, Festival-Auftritte und Dollar eher an Nirvana, Pearl Jam, Soundgarden und Alice In Chains, aber allen Materienkennern war Mark Arm's Kombo schon immer gleichwichtig.

Nun hat sich der gute alte Grunge aber nicht umsonst überlebt, Soundgardens Comeback im letzten Jahr war, trotz erfreulich hohen Niveaus, nicht mehr als ein Aufflackern alter Liebschaft; temporäre Renitenz im ew'gen Spiel aus Aufblühen und Vergehen subkultureller Strömungen. Freilich mussten Mudhoney sich nicht wiedervereinigen, dennoch sind ihre Spuren mit neun Studioalben in 25 Jahren und den letzten beiden Alben aus 2008 und 2006 rar gesät.

Gerade „Under A Billion Suns“ in seiner Zeit der Anti-Bush-Stellungnahmen und seinen neuen Mudhoney sehr gut zu Gesicht stehenden Bläsereinsätzen, vermochte es, aufhorchen zu lassen und Hoffnung zu stiften, dass hier Bewegung ins alte Grunge-Spiel komme. Aber nee, das renitente am Grunge ist auch gleichzeitig sein Grab gewesen. Und so schreiben wir nun das Jahr 2013 und Mark Arm steht immer noch jeden Tag am Verkaufstresen der Seattler Sub Pop-Filiale, die inzwischen von CocoRosie über THEESatisfaction allerhand Zeitgeistigeres im Angebot hat, und trifft sich anscheinend ab und zu mit seinen vier alt gewordenen Kumpanen um gedankenlos drauflos zu rocken.

„Vanishing Point“ kennt genau null Mudhoney'sche Innovationsschübe, der Fan bekommt, was er schätzen gelernt hat, bohrende Basslines („What To Do With The Neutral“), Mark Arm's leider nur noch selten mitreißendes markantes Organ („I Like It Small“), und die typische, jaulend-sägende Leadgitarre („Slipping Away“). Der Andersartigkeit Mudhoneys ist auch heute noch schön anzulauschen. Sie sind eine Rockband, deren Innovationspotential sich längst erschöpft hat, die aber in Würde gealtert sind und zugleich stur wie Opas alle paar Jahre mal so tun, als hätten wir 1992.

Anspieltipps:

  • Slipping Away
  • What To Do With The Neutral

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