We Set The Sun - V Ages Of Man - Cover
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We Set The Sun V Ages Of Man


  • Label: Redfield Records
  • Laufzeit: 33 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit Shakespeare und Härte zum Erfolg.

Eigentlich sollte man der neuen Platte von We Set The Sun voll eine reindrücken. Da kommt mal wieder eine Postcore-Band mit krachender, gnadenloser Härte und dann gibt es als Closer eine Ballade, die wohl selbst Coldplay die Schamesröte ins Gesicht treiben würde. Da hilft es kaum, dass der Track textlich von Shakespeare inspiriert ist, so wie auch der Rest des Albums. Überhaupt ist dies ein Punkt, der ignoriert werden darf, wenn die meiste Zeit nun mal gebrüllt wird.

Das soll keine Abwertung sein, nur steht das Genre bis heute in der Schuld, seine lyrischen Qualitäten wirklich zu beweisen. Growling und Shouting brauchen Hörübungen seitens der Hörer und wecken meist eher durch Lautstärke und Heftigkeit Gefühle, als durch übermittelte Texte, auch wenn diese Bands das oft nicht wahr haben wollen. Bullet For My Valentine schaffen es meist gerade noch so, dass man ihre Botschaften auch in Worten versteht, auch wenn das zumeist nicht weltbewegend ist.

Dass die Text-Ebene untergeht, ist allerdings halb so wild. Die harten Jungs aus Wesel (wer hätte gedacht, dass diese Stadt mehr als nur einen Echo-Witz hervorbringt?) haben ihr Handwerk nämlich richtig gut raus. Nach dem dürftigen Debütalbum, welches selbst von der Community nicht gut angenommen wurde, hat man sich stilistisch überarbeitet und setzt auf einen neuen Sänger. Das Ergebnis ist konsequent. Zwar braucht das Album zwei fast schon zu sehr auf Härte fixierte Lieder („Groundbreaking“ und „Souls Of The Unknown“), um durchzustarten, aber dann kann sich das Ergebnis hören lassen.

Mit „Tempest Rising“ beginnt der erfreuliche Hybrid aus Härte und Melodie zu fruchten. „Tempest Rising“ ballert sich zuerst erbarmungslos über Geschwindigkeit und Kraft in den Kopf, um dann immer wieder rechtzeitig Hooklines einzustreuen, welche die angesprochenen Attribute im Kopf bleiben lassen. Diese Kunst versteht die Band auf „V Ages Of Man“ richtig gut, sodass bis zum Ende des Albums Postcore-Hybride der feinen Art eine erfreuliche Regelmäßigkeit darstellen. Das nimmt erst mit „Discomposure“ ein wenig ab und endet im katastrophalen Fremdschamstück „A Summer Lay“, aber in der Zwischenzeit beweisen We Set The Sun, dass die Szene doch mit ihnen rechnen darf.

Anspieltipps:

  • Temepst Rising
  • All The World's A Stage
  • When The Tide Goes Out

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