Apparat - Krieg Und Frieden (Music For Theatre) - Cover
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Apparat Krieg Und Frieden (Music For Theatre)


  • Label: Mute/Goodtogo
  • Laufzeit: 46 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Apparat setzt sich zwischen Klassik, Electronica und Geräuschkulissen ein weiteres vorzügliches Denkmal.

Für Sascha Ring, der unter dem Pseudonym Apparat seit Anfang des neuen Jahrtausends elektronische Musik immer mehr aus der Enge in die genrelose Weite zieht, geht es nach Kollaborationen mit Ellen Alien und Modeselektor stets einen Schritt weiter. Das bewies „The Devil´s Walk“ in 2011 auf eindrucksvolle Weise und findet nun seine Fortsetzung in „Krieg Und Frieden (Music For Theatre)“. Dabei handelt es sich um die Musik zu einer Theater-Inszenierung des gleichnamigen Romans aus der Feder des russischen Schriftstellers Leo Tolstoi, welche jedoch auch losgelöst vom Theater in jeder Sekunde stimmig ist und atmosphärisch in die Tiefe geht.

Schwermütig gelangt der Hörer über den Opener „44“ und die darauf folgende Adaption des Stückes als elektronisch wabernde Klangkulisse in den Longplayer. Dieser spielt seine Reize bereits am Anfang aus, indem er klassische Elemente mit Drone/Noise-Sounds bricht und hinter der atmosphärischen Wand immer wieder Melodien auf den Hörer warten. Obwohl diese teils nur fragmentarisch wahrzunehmen sind, gelingt es Sascha Ring, die Spannung auf einem hohen Level zu halten und mit Elementen aus Art-Pop und Electronica/Ambient der Gesamtheit eine erobernde Faszination aufzudrücken. „Light On“ wirkt durch die Vocals befreiend, während „Blank Page“ oder auch „Tod“ die Schwere in neoklassischen und klangforschenden Zügen erneut dringlich verarbeiten.

„Krieg Und Frieden (Music For Theatre)“ ist beileibe kein einfaches Werk. Keines, das im Songformat besteht, vom letzten Titel namens „A Violent Sky“ einmal abgesehen. Es lebt von Abstraktion, die mit langsamen Schritten pure Emotionen offenbart und sich ihre Wege bahnt, wie es eben auch die menschlichen Züge in all ihren Abgründen tun. So sind Geduld und Offenheit entscheidende Merkmale für eine Begegnung mit dem neuen Apparat-Werk, dem ein starker Zauber innewohnt und man sich so langsam fragen darf, wie hoch der in Berlin lebende Musiker noch hinaus will. Jede Herausforderung scheint für ihn derzeit erreichbar.

Anspieltipps:

  • 44
  • Light On
  • Blank Page
  • K&F Thema (Pizzicato)

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