Lindsey Stirling - Lindsey Stirling - Cover
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Lindsey Stirling Lindsey Stirling


  • Label: We Love Music/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 45 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Eine Violine, eine Nerd-Brille und 230 Millionen YouTube-Klicks. Wie leicht das Publikum doch herumzukriegen ist.

Die 26-jährige US-amerikanische Violinistin Lindsey Stirling ist ein weiteres YouTube-Phänomen, das sich anschickt, aus den zig Millionen Klicks ihres Videoclip-Kanals die kommerziellen Pfründe zu ernten. Dabei erscheint eine klassisch ausgebildete Violinistin auf den ersten Blick nicht unbedingt das Zielobjekt eines jugendlichen Publikums zu sein. Doch Stirling kombiniert ihr Geigenspiel mit einem modernen Sound-Teppich aus Electro-, Dubstep- und HipHop-Elementen und befeuert ihre Live-Auftritte mit einer ungewöhnlich Action-geladenen Choreographie. So schafft die 26-Jährige dann doch den Crossover zwischen E- und U-Musik und belegte im vergangenen Jahr in den USA mit ihrem selbstbetitelten Debütalbum einen Platz im hinteren Drittel der Top 100 Billboard Charts.

Nun wird Lindsey Stirling auch in Deutschland mit ihrem Debütalbum vorstellig, das auf Gesang fast komplett verzichtet und ganz und gar auf eine Kombination auf nicht zu übertrieben-virtuos wirkenden Violinenklängen, stampfenden Dance Beats und um Atmosphäre bemühte Keyboard- und Synthesizerklänge setzt. Das erleichtert die Kategorisierung des Albums zwar nicht wirklich, verleiht dem klassischen Violinenspiel der Amerikanerin aber wenigstens einen verkaufsfördernden Pop-Appeal.

Doch sind wir einmal ehrlich: Was auf YouTube millionenfach kostenlos angesehen und/oder bei iTunes für einen Appel und ein Ei gekauft wird, muss noch lange nicht das Potenzial mitbringen, um auf CD in Albumlänge außerhalb des Ramschladens Internet zu funktionieren. Denn dazu muss der Hörer die sogenannten Innovationen nämlich mit der Lupe suchen. Lassen wir darüber hinaus das Nerd-Outfit beiseite und verzichten auf die Tanzeinlagen, dann macht Lindsey Stirling gar nicht so viel anders, als Vanessa Mae in den 90er Jahren. Und das war ab einem gewissen Moment auch verzichtbar.

Anspieltipps:

  • Stars align
  • Transcendence
  • Electric daisy violin
  • Song oft he caged bird

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