Sabiendas - Restored To Life - Cover
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Sabiendas Restored To Life


  • Label: Saol/H'ART
  • Laufzeit: 34 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Definitiv eine neue Hoffnung für Freunde des 90er-Death.

Da lacht das Death-Metaler-Herz! Zurück in die glorreichen Tage des Todesbleis wollen Sabiendas, vier Herren und eine Dame aus NRW. Die im Jahre 2006 gegründete Kombo hat sich vor allem live schon so manchen Credit erspielen können. Als Support für Dark Tranquillity, Milking The Goatmachine, Sodom oder den für den Gymnasium-Schrecken Debauchery machte man die Bühnen unsicher und konnte bereits von seinen Qualitäten überzeugen. Nach der EP „Buried Alive“ (2009) war daher klar, dass ein Album her muss! Immerhin vier Jahre später ist es endlich soweit. Ob sich das Warten gelohnt hat? Ohne Zweifel! Sabiendas zaubern eine derart geerdete und fiese Death-Metal-Hartwurst aus dem Hut, dass es eine wahre Freude ist.

Neun mal haut das Death-Geschwader aus Recklinghausen mit seinem Erstling „Restored To Life“ ordentlich auf die Kacke. Schwedische Größen und Pioniere wie Grave oder Dismember halten als Inspirationsquelle genauso den Kopf hin wie die Tampa-Legenden Deicide und Obituary. Sabiendas Ergebnis ist eindeutig: Todesblei der alten Schule! Das Präfix „Melodic“ wird geflissentlich ignoriert. Stattdessen regiert furztrockenes Straight-Forward-Geknüppel, welches seinen Boom in den 90er-Jahren souverän ins neue Jahrtausend transportiert. Frontmann und Staublunge Jan Edel ist am Mikro ein richtiges Dreckschwein - ihm wurden die gutturalen Stimmbänder offenbar in die Wiege gelegt. Seine Gruntings sind definitiv nicht von schlechten Eltern und müssen sich hinter denen eines Barney Greenway (Napalm Death) oder Chris Barnes (Six Feet Under, frühe Cannibal Corpse) keinesfalls verstecken. Zusammen mit seinen Mitmusikern wirkt das Ergebnis auf „Restored To Life“ somit stimmig. Auch wenn auf Melodien sicherlich nicht die Priorität gesetzt wurde, herrscht in Songs wie „Blood Drenched Rack”, „Faces In The Dark” oder „Retributionist” ein Groove, der für gewisse Eingängigkeit sorgt. Die sich hauptsächlich im Midtempo bewegenden Songs wirken so stellenweise beinahe hypnotisch und zähflüssig, ohne dabei in elegische Doom-Gefilde abzurutschen.

Auflockerungen gibt es immer wieder mit beinharten Blastbeats und Doublebass-Attacken. In Kombinaton mit eher gemächlichen Passagen, entsteht eine fast schon progressive Struktur, die sich stellenweise sogar dem Mathcore annähert, ohne dabei aber in ultra-technische Sphären abzurutschen. Schlagwerker Toni Merkel und Bassmann F.T. sorgen für allerlei rhythmische Highlights, während das Axt-Duo (Alexandra und Christian) in Windeseile mit krassem Riffing nachlegt. Songs wie „Cheating Death“ oder das Schlusslicht „Eternal Gloom“ machen hier die Sache klar und stehen stellvertretend für die Brillanz an den Instrumenten. Bleibt festzuhalten, dass Sabiendas genau auf dem richtigen Weg sind und mit ihrem „Restored To Life“ eine Basis geschaffen haben, die ihrer Karriere hoffentlich einen ordentlichen Push gibt. Auch wenn sicherlich noch viel Luft nach oben bleibt, wird dieses Scheibchen für Fans von Schweden- und Florida-Death, die mit einem glücklichen Lächeln an die mittleren und späten 1990er zurück denken, ein echtes Highlight darstellen.

Anspieltipps:

  • Blood Drenched Rack
  • Exhumation
  • Cheating Death
  • Eternal Gloom

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