Kate Nash - Girl Talk - Cover
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Kate Nash Girl Talk


  • Label: Fontana/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 52 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
6.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Kate Nash ist auf Krawall gebürstet! Es lebe der Pop-Punk - oder doch nicht?!

Die britische Sängerin und Songwriterin Kate Nash treibt mit ihrem dritten Album die schon auf „My Best Friend Is You“ angedeutete musikalische Radikalisierung ihrer Musik ein Level weiter: Dem Pop-Punk wird gefrönt und was sie auf ihrem letzten Album bereits mit dem Song „I Just Love You More“ androhte, wird nun wahr. Sie vollzieht einen musikalischen Wechsel zum Pop-Punk, der auch den Grunge streift, die Songwriter-Pop-Erfolge von „Made Of Bricks“ möchte sie anscheinend fast gewaltsam vergessen machen.

Auch wenn nicht jeder Song die neue Richtung richtig durchzieht, scheint sich Kate Nash einfach nicht um mögliche Verkaufszahlen zu scheren und gibt sich als Punk-Göre oder eben ziemlich trotzig und wild. Zwar war sie nie die völlig angepasste Songwriterin, doch jetzt will sie es wirklich wissen. Mit der Gitarre und rebellischen und feministischen Texten bewaffnet, rockt die Britin, was das Zeug hält. Der Opener „Part of me“ beginnt sehr langsam, um dann die Wut der Protagonistin richtig herauszulassen, ein durchaus gelungener Beginn, die Stimme muss nur etwas leiden. Stimmlich geht sie dabei nicht nur hier an ihre Grenzen: „Sister“ mit überkippender Stimme, die Ohrattacke „Cherry Pickin“ oder der Rap von „Rap for Rejection“ sind nur die Extrembeispiele ihrer Gesangsexperimente.

Doch stellt sich die Frage wohin die musikalische Reise eigentlich gehen soll. Sehr schrill und zeitweise gesanglich an der Grenze des Erträglichen, wird man den Eindruck nicht los, da sucht jemand noch den Weg, sich zu verwirklichen. Aber ein wenig mehr Songwritingqualität und weniger Lärm wären eine echte Alternative. Rap, Punk, Grunge, Rock und Pop vereinen sich zu einem undurchschaubaren treibenden Etwas, welches man erst einmal verdauen muss. Es gibt sicherlich noch Songs wie „Labyrinth“, „3AM“ oder „Fri-end?“, die gemäßigter und melodiöser und schon eher nach der Kate Nash klingen, die sie einmal war, aber sie will offensichtlich weg von diesem Weg.

Wer also die musikalische Entwicklung der Kate Nash verfolgen möchte und offen für schräge und anstrengende Klänge ist, darf zugreifen, die anderen sollten warten, bis die Sängerin sich wieder auf eine klare Linie mit gut strukturierten Songs besinnt, ohne sich anzubiedern. Trotz aller Kritik verbergen einige Songs doch nicht ihre Qualitäten und so bleibt Kate Nash sich wenigstens hier treu: Es ist immer spannend, was sie als nächstes aus dem Hut zaubert, langweilig wird es garantiert nie!

Anspieltipps:

  • Part of me
  • Fri-end?
  • 3am
  • Labyrinth

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