Killerpilze - Grell - Cover
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Killerpilze Grell


  • Label: Südpol Records/Rough Trade
  • Laufzeit: 44 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Der Weg von der Teenager-Band zu erwachsenen Künstlern ist ein langer und harter.

Ein Blick in die Personalausweise und auf die aktuellen Pressefotos beweist: Die einstmals so niedlichen Killerpilze Jo, Fabian und Max aus dem beschaulichen Dillingen an der Donau sind endgültig erwachsen geworden. Und damit gelten sowohl für die Musiker selbst, als auch für ihr Publikum neue Maßstäbe an die Musik, mit der die Band seit nunmehr elf Jahren aktiv ist.

Mit ihrem fünften Studiowerk „Grell“ schickt sich das Trio nun also an, mehr Ernsthaftigkeit in die Texte und die Musik einfließen zu lassen. Denn als Teenager kamen die Killerpilze nie umhin, ein paar Albernheiten in ihren Songs zu verbauen. Aber möchte irgendjemand Teenagern deshalb Vorwürfe machen? Und mal ehrlich: Wäre es nicht irgendwie erschütternd, wenn Jungs mit Anfang 20 plötzlichen jedweden Spaß aus ihren Songs verbannen würden?

Deshalb ist es gut, dass die Killerpilze nicht den Fehler begehen, sich radikal komplett neu aufzustellen. Sie lassen zwar anklingen, dass sich ihre Themen und musikalischen Ansätze durchaus verändert haben, dennoch bleiben erhobener Zeigefinger und pseudo-intellektuelle Weisheiten schön hinter verschlossener Türe. So bewegt sich „Grell“ inhaltlich irgendwo an der Schwelle zum Erwachsenwerden („Studieren“) und stilistisch zwischen den Koordinaten Rock- und Popmusik („Atomic“). Der Punkrock der ersten beiden Alben ist jedenfalls merklich zurückgefahren worden.

Damit versucht die Band anscheinend, die fehlende Relevanz auszugleichen, die sie ohne Majorvertrag und Bravo-Titelstory bei ihren früheren Hörern eingebüßt hat. Das gelingt, wie auf sämtlichen, inzwischen drei an der Zahl, in Eigenregie produzierten Alben mal besser (z.B. „Die Stadt klingt immer noch nach uns“), mal schlechter („Nimm mich mit“) und zeigt, dass der Entwicklungsprozess, den die Killerpilze als ehemalige Schülerband, die schon in jungen Jahren große Erfolge feierte, angestoßen haben, längst nicht abgeschlossen ist. Potenzial zu mehr ist jedenfalls vorhanden, sodass es nur eine Frage der Zeit ist, bis die Killerpilze nicht mehr „nur“ als (ehemalige) Teenager-Band wahrgenommen werden.

Anspieltipps:

  • Himmel I-III
  • Sommerregen
  • Erster Zug nach Paris
  • Die Stadt klingt immer noch nach uns
  • Lauf (das kann doch nicht alles sein Pt. 2)
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