Jolly - The Audio Guide To Happiness Part II - Cover
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Jolly The Audio Guide To Happiness Part II


  • Label: InsideOut/EMI
  • Laufzeit: 56 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Glücklich sein auf Knopfdruck ist doch möglich.

Sandy. Na, klingelt es? Welche Assoziation wird da geweckt? Ist es die nette Nachbarin oder die süße Schulfreundin von damals? Nee, nee, gemeint ist ein Hurrikan, ein Sturmtief der besonderen Sorte, das Ende Oktober 2012 die Ostküste der USA heimsuchte und das rege Treiben einer Band auf der Suche nach Glück abrupt beendete. Das Haus des Bassisten und das darin enthaltene Equipment der Band wurden überflutet und zerstört. Als ob sich das Schicksal/der Teufel/Lucifer, oder wie man es nennen mag, einen Scherz erlaubt hätte und just die Band bestraft, die es wagt, einen Audio Guide zum Glücklichsein zu komponieren. Sie trotzten der Naturgewalt, auch dank der Fans und deren Spenden, und konnten den zweiten Teil ihrer musikalischen Reise zum Glücklichsein nun fertig stellen. Ende gut, alles gut, happy end à la Hollywood.

Das Album selbst ist genau das, was man von ihm erwarten durfte, eine nahtlose Anknüpfung an den ersten Teil. Das ist auch gut so, denn so kommen wir ein weiteres Mal in den Genuss einer äußerst gelungenen Mischung aus vielen schnell auszumachenden Melodien und sehr abwechslungsreichen musikalischen Ideen. Dabei wird selbst vor den abwegigsten musikalischen Kombinationen nicht abgeschreckt und auf sehr überzeugende Weise zum Beispiel Reggae in den Prog-Rock gemischt („You Against The World“). In „Lucky“ tauchen übertrieben optimistische Melodien auf, die man tatsächlich mit durch die Gegend hüpfendem Glücklichsein verbinden könnte, während „The Grand Utopia“ sogar eine Kinderlied-Passage mit lustigen Stimmen und fröhlicher Hörspielatmosphäre enthält - denn wer könnte die Glückseligkeit besser verkörpern als kleine fröhliche Kinder?!

Jolly verstehen es vorzüglich, ihre Kompositionen mit vielen Kontrasten zu versehen, die auf eine sehr natürliche und angenehme Weise ineinander greifen. Wahrscheinlich liegt das in den großartigen Melodielinien begründet, die sich mit den rockigen und metallischen Gitarrenparts abwechseln, sie ergänzen oder mit ihnen Hand in Hand gehen (siehe auch den Konzertbericht mit Riverside). So entsteht trotz der vielen musikalisch unterschiedlichen Ideen und Kniffe ein sehr harmonisches Gesamtgefüge. Es sind wohl kaum die versteckten binauralen Töne, die uns das vorgaukeln. Wer am Ende trotzdem nicht glücklich ist, ist wahrscheinlich selbst schuld, aber man kann bekanntermaßen niemanden zu seinem Glück zwingen. Diese musikalische Reise über zwei Alben und eine Stunde und 45 Minuten birgt genug Stoff, um seine Alltagssorgen zu vergessen und zufrieden in seinem Sessel den Tag ausklingen zu lassen.

Anspieltipps:

  • Firewell
  • You Against The World
  • Golden Divide
  • The Grand Utopia

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