Gemma Ray - Down Baby Down - Cover
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Gemma Ray Down Baby Down


  • Label: Bronzerat Records
  • Laufzeit: 28 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Auch eine Gemma Ray greift mal daneben.

Gemma Ray ist einer dieser Namen, die Kritikeraugen zum Leuchten bringen. Wenn schon nicht Weihnachten, dann ist es zumindest Ostern, wenn Gemma wieder ein Album voller vollmundiger Retro-Musik raushaut. Auf ihrem letzten Album „Island Fire“ hat sich Gemma entschlossen, farbenfroher zu wirken. Das Ergebnis war teils ungewohnt, aber auch ungewöhnlich gut. In der Zeit der Entstehung von „Island Fire“ wurden auch die Lieder geschrieben, welche nun auf „Down Baby Down“ landen. Die düstere und damit für „Island Fire“ unpassende Stimmung sei der Grund gewesen, warum mit „Down Baby Down“ hinterm Berg gehalten wurde. Bei knappen 28 Minuten Laufzeit schwant so manchem Hörer allerdings ein B-Seiten-Erlebnis.

Trotz der kurzen Spieldauer lässt sich das Album Zeit und beginnt mit sechs Minuten instrumentaler Musik, bevor Gemma in „Say You Love Me“ ihre ersten Worte spricht. Die Liebe fällt zu diesem Zeitpunkt allerdings schon schwer, da der instrumentale Auftakt tatsächlich nicht mehr als ein Skit zu sein scheint, der auf einem vollwertigen Album einen Stimmungswechsel einleiten könnte, so aber wie eine Einleitung mit Überlänge wirkt. Dann packt Frau Ray uns allerdings wieder mit „Say You Love Me“. Sie wirklich zu lieben, fällt dann aber doch schon schwerer, da das Album gleich mit weiteren Instrumental-Nummern weitermacht.

Die instrumentalen Experimente klingen zwar typisch authentisch und entsprechen Gemmas Stil der ersten beiden Alben. Ohne den stimmungsvollen Gesang hat man allerdings eher das Gefühl, dass hier ein Soundtrack für irgendeinen Indie-Film läuft. Und diese Musik ist dabei auch nur zur Untermalung gedacht und setzt selten eigene Akzente, wie das psychedelische „Baby Goes Bad“ und der moderne Western-Track „So Long Serenata“. Alles in allem enttäuscht „Deep Down Baby“ als ein Album aus lauter Interluden und nur einer - wenn auch guten - Single. Da hätte man sich doch eher gewünscht, dass sie ihre 80er-Pop-Experimente des letzten Albums zu einem Album verarbeitet, anstatt uns mit nichtssagender Atmosphäre zu irritieren.

Anspieltipps:

  • Say You Love Me
  • So Long Serenata
  • Baby Goes Bad

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