Isbells - Stoalin - Cover
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Isbells Stoalin


  • Label: Zeal Records
  • Laufzeit: 41 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Isbells bleiben sich treu und dabei stets schlicht, aber nicht immer ergreifend.

Das ursprüngliche Ein-Mann-Projekt des Belgiers Gaetan Vandewoude ist seit dem selbst betitelten Debüt „Isbells“ um Naima Joris, Bart Borremans und Gianni Marzo angewachsen. Zusammen macht es gerade auf Tour doch mehr Spaß. Um diese Erkenntnis reicher, will Mastermind Vandewoude das größere Line-Up allerdings nicht für einen größeren Stil nutzen. Wie schon auf der letzten Scheibe wird auf leise Hintergrundtöne gesetzt, die aus zurückhaltendem Schlagzeug und zerbrechlichem Gesang bestehen, während der klare Gesang Vandewoudes und seine Gitarre das Spotlight ausfüllen.

Mit dem zitternden Titeltrack als feiner Opener wird in die emotionale, sanfte Stimmung Isbells eingetaucht, die sich dann in den beiden würdigen Vertretern solcher Musik, „Heading For The New Born“ und „Heart Attack“, präsentiert. Rechtzeitig bekommt die Band von der etwas kühlen Art des Auftakts die Kurve und bringt etwas mehr Süße mit Liedern wie „Falling In And Out“ und „Illusion“ auf das Album. Man merkt mit laufender Spielzeit, dass manche Lieder dann allerdings im Schatten anderer stehen (namentlich „Letting Go“ und „One Day“) und so zeigt sich ein Limit an Gefühlen, welche die Band zu kreieren fähig scheint.

Ein wenig zu spät, aber dafür effektvoll, zeigt sich das Album zum Abschluss äußerst optimistisch. Mit „Elation“ beginnt ein kleiner Reigen an musikalischer Wärme, der aufgrund der vorigen Stimmung des Albums überrascht und trifft. Ohne dass „Elation“ und „Baskin'“ selbst umwerfende Stücke sind, zeigen Isbells, wie viel die richtige Anordnung von Liedern auf einem Album ausmachen kann. Wenn am Ende dann völlig überraschend die ganze Band zu einem lauten Finale ansetzt und auf den zerbrechlichen Minimalismus verzichtet wird, trifft das mitten ins Herz und lässt ein ansonsten nur nettes Hörerlebnis zu einer Perle werden.

Nur auf diese Wirkung am Ende zu setzen ist allerdings zu wenig, um der fehlenden Bandbreite und Tiefe der Musik entgegenzuwirken, die das Album und die Band im Mittelmaß bleiben lassen. Das Gespür für den Wechsel von Stimmungen und die emotionale Überraschung zum Abschluss könnten allerdings eine Andeutung von Potenzial in die richtige Richtung sein. Das schwierige, zweite Album hat Isbells mit „Stoalin'“ gut gemeistert, aber die Extrasterne muss sich der neu gefundene Vierer erst noch verdienen.

Anspieltipps:

  • Stoalin'
  • Heart Attack
  • Erase And Detach

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