The Black Marbles - Made In Concrete - Cover
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The Black Marbles Made In Concrete


  • Label: New Music Distribution
  • Laufzeit: 51 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Sind die Göteborger Lokalmatadoren bereit für die weltweite Bühne?

Guck mal, Mama! Ich bin jetzt Rockstar! Ich benutze Rock-Taglines wie „Free Your Mind“ und schreibe lovin' immer ohne g am Ende, wie echte Rocker eben. Genug Ironie für den Anfang, bevor der geneigte Leser noch denkt, man wolle sich hier nur lustig über The Black Marbles aus Schweden machen. Die Göteborger geben sich allerdings wirklich alle Mühe, dass ihre Musik problemlos auf einer Schablone nachzuzeichnen ist und haben kaum Momente, die sich nicht bloß wie eine Hommage an Rockbands der letzten Jahrzehnte anhören. Kid Rock lässt grüßen!

Getrieben von einfachen Gitarrenriffs und Gesang, der nah am - typischen - Geschrei des Rocks der 80er liegt, bemüht sich die Band so sehr, authentisch zu wirken, dass die Lieder selbst in den Hintergrund zu geraten scheinen. Da helfen auch die Bemühungen seitens des Hörers nicht, sich die Melodien zu merken, ein „The Dog“ beispielsweise fliegt fast schneller aus dem Ohr, als es in eben dieses eindringt. Man wartet pro Song brav auf das Gitarren-Solo am Ende des zweiten Drittels und versucht vergebens, einen großen Unterschied zwischen den ersten vier Liedern auszumachen. Zugegebenermaßen bleiben „Loveshine“ und „Looks“ besser im Kopf, was aber auch schon alles ist.

Mit dem Kniefall vor Rocksongs mit Überlänge „Good Lovin'“ tut sich die Band selbst und den Zuhörern keinen Gefallen, da mit laufender Spielzeit die Durchschnittlichkeit der Band noch mehr ins Auge sticht. Ohne Überraschungen oder Anziehungskraft plätschert die Möchtegernhymne vor sich hin, ohne wirklich groß zu klingen. Das funktioniert vielleicht live vor eingeschworenem Publikum, doch auf Platte und ohne Sympathiebonus ist man versucht, das Lied zu überspringen.

Lieber verbringt man seine Zeit dann mit den irgendwie immer zu ähnlich klingenden Rockern, die sich unterhalb der Vierminutenmarke bewegen. „Free Your Mind“ und „Lovin' Kind“ zum Beispiel sind diese gut gelaunten, kurzweiligen Stücke, an die sich zwar keiner erinnern wird, die allerdings gar nicht erst in Versuchung kommen, uns Hörer zu langweilen. Und gerade, wenn man dieses Attribut als einzige Stärke des schwedischen Quartetts ausmachen möchte, überraschen sie mit der gut gelungenen, weil stimmungsvollen, akustisch beherrschten Nummer „Don't Fade Away“. Danach gibt es sogar noch echten Blues in „Poor Boy Blues“, was sich endlich vom Rock-Einerlei abhebt und zeigt, dass die Band doch noch andere Töne in petto hat. Diese Erkenntnis kommt allerdings spät und wenig nachhaltig.

Anspieltipps:

  • Looks
  • Don't Fade Away
  • Poor Boy Blues

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