Monkey Cup Dress - Monkey Cup Dress - Cover
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Monkey Cup Dress Monkey Cup Dress


  • Label: Makemydayrecords/ALIVE
  • Laufzeit: 38 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Feinsinniger und freigeistiger Art- und Kammer-Folk-Pop von zwei Däninnen.

Zwei Damen aus Dänemark bilden das Duo Monkey Cup Dress. Line Felding ist Teil der dänischen Folk-Rock-Band Cody und Sidse Holte wirkt beim Singer/Songwriter Danjal von den Färöer Inseln mit. Als Monkey Cup Dress legen sie nun ihr gleichnamiges Debüt vor. Der Interpreten-Name ist von der amerikanischen Kunstbewegung „Art To Wear“ beeinflusst, die in den 60ern tragbare Kunst herstellte. Darunter befand sich ein Anzug mit Monkey Cup Ornamenten. Monkey Cups sind becherförmige, fleischfressende Pflanzen, die so benannt wurden, weil angeblich Affen aus ihnen Wasser trinken.

Die Däninnen singen und spielen Gitarren, Ukulele, Kalimba, Cello, Banjolele und Percussion. Zudem agierten einige Gastmusiker, die hauptsächlich der landeseigenen Szene zuzurechnen sind. Was beim ersten Durchlauf noch etwas befremdlich wirkt, nimmt mit jedem weiteren Gestalt an. Die zehn Songs lassen sich im weitesten Sinne als Kammer-Folk-Pop bezeichnen, wobei die beiden sehr eigene Wege bestreiten, so dass Vergleiche kaum zu ziehen sind. Das dunkle melancholische Element ihrer Musik hat zumindest einen atmosphärischen Hauch eines anderen weiblichen Duos namens Christy & Emily.

Wirklich eingängig ist das alles nicht, manchmal wird der Cello- und Melodiebogen kunstvoll gespannt, entfaltet dabei geheimnisvolle, bis ins Orchestrale reichende Weisen wie z.B. auf „Alive“, „How Can It Be?“ und „That Gentle Will“. Ein anderes Mal wird zurückhaltend instrumentiert wie auf dem hübschen kleinen Folk-Pop-Song „Honolulu“ und den wie eine Spieluhr ablaufenden „Questions Never Asked“, „Cold Heart“ und „Limbo“. Auch der Wüstenstaub und das Drama von Morricone-Soundtracks wehen am musikalischen Horizont vorbei, das mystische „Stacey“, das weich fließende „And He Would Sail Among The Stars“ und das nachtsilbrige „Morgana“ legen hiervon Zeugnis ab.

Bei der Kunstfertigkeit von Monkey Cup Dress mögen die Emotionen etwas auf der Strecke bleiben, dennoch wird hier freigeistiger und feinsinniger Art-Folk-Pop dargeboten, der dem Hörer mehr Zeit und Aufmerksamkeit abverlangt als bei herkömmlichen Produktionen. Wer hierfür bereit ist, wird gerne aus diesem Becher schlürfen.

Anspieltipps:

  • Alive
  • Stacey
  • And He Would Sail Among The Stars
  • Morgana

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