MF/MB/ - Colossus - Cover
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MF/MB/ Colossus


  • Label: Adrian Recordings/Broken Silence
  • Laufzeit: 46 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
7.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Kruder Mix aus Synthie-Pop und Dark Wave. Ein schwedischer Koloss im Grenzbereich Track/Song.

Wer bitte sind MF/MB/? Sie kommen aus Schweden und begannen als Coverband. Nachdem sie eigenes Material geschrieben hatten, gingen sie auf die Bühne und schließlich gelang es ihnen, ohne ein veröffentlichtes Album mit Bands wie The Faint und The Sounds zu touren. Auch als Hauptact verstanden sie es, die Konzertsäle zu füllen. Zudem waren sie Teil einiger angesagter Festivals. 2010 erschien dann ihr Debütalbum „Folded“, dessen Singles beim schwedischen Radio auf Rotation liefen und Soundtracks für TV-Sendungen wie CSI:NY und The Inbetweeners lieferten.

Auf dem nun vorliegenden „Colossus“ sind MF/MB/ Erik Nilsson, Sebastian Hedberg, Christine Björk, Victor Nilsson, Joakim Lindberg und Kristoffer Backstrom. Die elf Tracks wurden live im schwedischen AGM Studio aufgenommen. So kamen sie der Power ihrer Bühnenauftritte am nächsten und tatsächlich berstet das Album nur so vor Kraft und Dringlichkeit. Zwei Drums, Synthesizer, Gitarren und Lead Vocals werden eingesetzt, die gemeinsam stählerne Klangmauern errichten. Dem Albumtitel gerecht werdend, erschaffen sie einen musikalischen Koloss, dessen Titel sich zwischen Track und Song nicht entscheiden wollen.

Stilistisch bewegen sie sich eigentlich in den 80ern, vermengen Dark Wave mit Synthie Pop und nehmen einige Industrial-, Kraut- und Post-Rockelemente hinzu. Was noch nichts Besonderes wäre, gewinnt jedoch angesichts der Dynamik und Energie, mit der sie zu Werke gehen, an Mehrwert. Auch die moderne Produktion, die das Ganze nicht allzu Retro klingen lässt, tut ein Übriges. Als Referenzinterpreten kann - was Rhythmus und Schlagzeug betrifft - eine Linie zwischen Neu! (Klaus Dinger), Can (Jaki Liebezeit) DAF (Robert Görl) und Joy Division/New Order (Stephen Morris) gezogen werden. Synthies und Gitarren erinnern an Clock DVA, Robert Rental, Fad Gadget, Suicide etc., eine Liste, die sich fortsetzen ließe.

Macht es Sinn, einzelne Songs hervorzuheben? Nicht unbedingt. Tatsache ist, dass in etwa die erste Hälfte des Albums die Härte und Kompromisslosigkeit von MF/MB/ hervorkehrt und der Rest die gemäßigtere Form aufzeigt. Songs im üblichen Vers-Refrain-Vers-Schema sind das natürlich nicht, dennoch finden sich immer wieder melodische Ansätze und dabei sind die Tracks vor allem eins - tanzbar! Wahrscheinlich auch eines der Ziele von MF/MB/: Die Fortsetzung des Tanzes auf dem Vulkan der 80er. Wer sowas heutzutage noch braucht, wird mit der neuen MF/MB/-CD bestens bedient.

Anspieltipps:

  • Unto Death
  • Casualties
  • The Chant
  • Our Next Rendezvous
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