New Found Land - New Found Land - Cover
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New Found Land New Found Land


  • Label: Fixe Records/Broken Silence
  • Laufzeit: 43 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Anna Roxenholts neue Freiheit als New Found Land ist so spürbar wie musikalisch überzeugend.

Mit dem Debüt „We All Die“ begann 2009 die musikalische Karriere von Anna Roxenholt und ihrem Projekt New Found Land. Die Schwedin mit Wohnsitz in Berlin schenkte dem Nachfolger „The Bell“ (2011) eine süßliche Note und kam durch Songs wie „Human“ und „Holes“ auch in Deutschland zu zahlreichen Airplay-Einsätzen im Radio. Doch das einstige Kollektiv hinter New Found Land existiert mittlerweile nicht mehr, auch ihr Ehemann ist musikalisch nicht mehr beteiligt. Anna Roxenholt hatte das Gefühl, dass sich für ihr drittes, selbstbetiteltes Werk einiges ändern muss. So zog sie sich in das Haus ihrer Mutter im schwedischen Niemandsland zurück und lies sich auf ihre bisher intensivste musikalische Erfahrung ein.

Herausgekommen ist dabei eine deutlich dunklere Ausrichtung und ein breiteres Spektrum an Klangfarben, die bei „Windowsill“ minimalistisch synthetisch grooven und eine mystische Sogwirkung entfalten. Vollkommen reduziert und doch große Akzente bei den Percussions setzend, ist dieser Song so überraschend wie richtungsweisend. „The Cross“ dockt deutlich anschmiegsamer bei früheren Songs der Schwedin an und schaut mit filigranen Gitarren im Wave-Pop vorbei, um im folgenden „Nothing´s Ever Been Easier“ das Tempo erneut zu reduzieren. Annas wundervoll zarte und gleichermaßen präsente Stimme thront dort über der Akustikgitarre und lässt die dunklere Stimmung vollends funktionieren. Das beweist auch das durchs Glockenspiel in die Höhe beförderte „Down Where I Belong“ mit großer Anziehungskraft.

Es ist einfach die deutlich intensivierte Instrumentierung und größere Weite, die „New Found Land“ zu dieser tollen Entwicklung verhilft. Losgelöst bietet sich „The Hunter“ als perfekte Indie Pop-Hymne an und gehört zu den wiederkehrenden euphorischen Stücken, welche der vorherrschenden, tiefen Melancholie eine Pause gönnen. Vor allem dienen sie allerdings der komplexen Ausrichtung einer Platte zwischen quälender Enttäuschung und hoffnungsvoller Sehnsucht. So verschwommen schöngeistig wie geschmackvoll verstörend.

Anspieltipps:

  • Everything Works
  • Windowsill
  • Down Where I Belong
  • Sweetness & Delight
  • What Is Love

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