Junip - Junip - Cover
Große Ansicht

Junip Junip


  • Label: City Slang/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 43 Minuten
Artikel teilen:
8/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Es wundert nicht, dass auch das Zweitwerk von Junip ein wunderbar sanftmütiges Folk-Pop-Kleinod geworden ist.

Dem Zeitgeist der Entschleunigung entsprechend ist das erste Junip-Album vor drei Jahren abgegangen wie Schmidts Katze. Es war aber auch einfach schön. Dem Temperament ihres Sounds nach zu urteilen, legen Junip ja großen Wert auf Konstanten. Und so wundert es nicht, dass auch das Zweitwerk ein wunderbar sanftmütiges Folk Pop-Kleinod geworden ist.

José González hat vielleicht einfach nur recht lange gebraucht, um sich selbst zu finden, wer weiß, jedenfalls liegen zwischen der ersten EP von 1998 und dem Debütalbum ein Dutzend Jahre, lag seine nicht minder erfolgreiche Solokarriere dazwischen und kommt jetzt nach, in diesen Maßstäben gerechnet, einem Wimpernschlag von drei Jahren bereits der Nachfolger.

Die stetig rhythmisierende Steigerung von Melodien macht nach wie vor den hypnotisierenden Zauber der Musik der drei Stockholmer aus. Wie ein Weg auf einen Berg, geht es ganz gemächlich und überschaubar los, und endet in großer Folk-Instrumentierung voller Gefühlspathos und Erhabenheit und dem Blick in ein atemberaubendes Kopfkinopanorama. Die Singles „Line Of Fire“ und „Your Life Your Call”, aber auch rockigeres wie „Villain” oder „So Clear” leisten den Großteil der anfänglichen Überzeugungsarbeit, doch ist man mit Junips zweiten Album erst einmal per Du geworden, stellt sich schnell ein Grundteppich der Tiefensympathie ein, der Song-übergreifend für das gesamte Album gilt.

Ob im Electro oder im Pop, ob Nicolas Jaar oder The XX, der Sanftmut, die sich die Zeit zurückholende spirituelle Idee der Entschleunigung ist vielleicht gerade auf einem Höhepunkt und der große Gegenpol zum Club-tauglichen Dubstep à la Skrillex, und einen kleinen Beitrag hierfür leisten auch Junip.

Anspieltipps:

  • Your Life Your Call
  • Line Of Fire
  • Villain

Neue Kritiken im Genre „Indie-Pop“
6.5/10

Ge Bitte!
  • 2018    
Diskutiere über „Junip“
comments powered by Disqus