Huey & The New Yorkers - Say It To My Face - Cover
Große Ansicht

Huey & The New Yorkers Say It To My Face


  • Label: V2 Benelux/H'ART
  • Laufzeit: 44 Minuten
Artikel teilen:
6/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Tom Barman heißt jetzt Huey Morgan und macht solo Musik.

Huey Morgan hat bei u.a. BBC6 so viel Erfahrung in der Musikgeschichte sammeln können, dass einige behaupten würden, er könne es mit Radio-Legende John Peel aufnehmen. Swing, Punk, Country: Egal, was man sich auch ausdenkt, Herrn Morgan wird etwas dazu einfallen. Anstatt aber nur begeisterter Hörer zu sein, hat Morgan auch selbst einen Hang dazu, seinem Mund Töne entgleiten zu lassen. Das Ergebnis ist „Say It To My Face“.

Das Ergebnis wirkt aufs erste Hinsehen und -hören wie eine Mischung aus Leonard Cohen, Bruce Springsteen und dEUS-Frontmann Tom Barman. Mit oft tiefer Gesangsstimme versucht der stereotypisch in Lederjacke und Sonnenbrille gekleidete DJ wie Cohen zu wirken, rutscht dabei aber oft in den modernen Barman hinein. Durch die wilde Mischung aus Funk, Country, Punk, Rock und Pop würde man Barman auch jederzeit ein solches Projekt wie „Say It To My Face“ zutrauen.

Natürlich mischt sich auch regelmäßig der Einfluss eines Bob Dylan, welcher Songs wie „Shaniqua“ und „Fall Into Me“ die nötige Erdung geben soll. Dabei überlädt Huey die Gehörnerven fast ausnahmslos, indem alles nach einem Cover aller genannten Musiker zusammen klingt. Anstatt „The Ripple“ als gelungene Folk-Rock-Nummer anzunehmen, überlegt man, wem man diese Nummer zuzuordnen hat. Am besten funktioniert Huey mit seinen New Yorkers deswegen, wenn die Lieder kurz, knapp und simpel aus den Boxen klingen. Verspielte Intermezzi des DJs wie den Opener „Stick It To The Man“ nimmt man gerne auf und rätselt oder vergleicht nicht unnötig.

Leider nimmt diese Art von Musik aber den Großteil des Albums ein und so fehlen dem wilden Experiment des Radio-DJs die Richtung und der Fokus. Spätestens mit dem nach The Nightwatchman klingenden „She Gone“ hat man sein Dutzend an Fremdeinflüssen voll und kann die Songs als nicht viel mehr als Hommagen betrachten. Pink Floyd und The Rolling Stones finden genauso Erwähnung wie all die anderen Vorbilder Hueys, die zu künstlich wirken, um wirklich mitzureißen. Dabei hätte Hueys Stimme wohl das Charisma, um einen eigenen Stil tragen zu können. So jedoch geht Herr Morgan dem Konflikt von Arbeit und Hobby geschickt und berechnend aus dem Weg.

Anspieltipps:

  • Stick It To The Man
  • Dirty Bird
  • The Ripple

Neue Kritiken im Genre „Rock“
7.5/10

The Best Of R.E.M. At The BBC
  • 2018    
Diskutiere über „Huey & The New Yorkers“
comments powered by Disqus