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Phoenix Bankrupt!


  • Label: Atlantic/WEA
  • Laufzeit: 41 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein Zwiespalt aus komplex und einfach. Simpel kann schließlich jeder.

2009 brachte das französische Quartett mit „Wolfgang Amadeus Phoenix“ (05/2009) eine verspielte Pop-Wundertüte für Augen, Ohren und Beine auf den Markt, die durch die Bank wohlwollende Kritiken erhielt. Jetzt, nach vierjähriger Pause kehrt die Band mit ihrem fünften Studioalbum „Bankrupt!“ an den musikalischen Tatort des Vorgängers zurück. Welcome back, Phoenix!

Phoenix gehörten zu den prägenden Bands des Indie-Pop/Rock der späten Nullerjahre. Es gäbe also gar keine Veranlassung, irgendetwas in ihrem Klangkosmos zu verändern, wenn sich nicht auch die Musikszene ständig häuten würde. Ein bisschen zeitgemäß darf es dann nämlich doch sein. Deshalb ist von Phoenix von vornherein keine künstlerische Bankrott-Erklärung zu erwarten, auch wenn die Franzosen um Sänger Thomas Mars an ihr mit einem Grammy ausgezeichnetes Vorgängerwerk anknüpfen wollen.

„Bankrupt!“ ist auf dem Papier ein klassisches Pop-Album. Zehn Songs, Spielzeit unter einer Dreiviertelstunde. Das passt! Doch eine allzu große Leichtigkeit sollte der Hörer dennoch nicht erwarten. Denn Phoenix haben ganz bewusst ein mehrschichtiges Album geschaffen, das sowohl als nette Hintergrundbeschallung taugt, als auch progressive Ansätze birgt, die mehr Zeit vom Hörer benötigen. So wird gleichermaßen eine hohe Affinität für den Synthie-Sound der 80er Jahre („The real thing“), Indie-Rockgitarren („Entertainment“), zeitgemäße Elektro-Versatzstücke („Bankrupt!“) und der Hang zur großen Geste („S.O.S. in Bel Air“) abgefordert. Dabei ziehen sich immer wieder – fast unbemerkt – dezente asiatische Einflüsse durch die Songs („Entertainment“, „The real thing“, „Trying to be cool“, „Drakkar noir“), die es Stück für Stück zu entdecken gilt.

Dabei macht sich bemerkbar, dass heuer die ganz großen Killer-Refrains fehlen. Dafür empfehlen sich Phoenix mit fein ausgearbeiteten Melodien, die allerdings nicht immer in radiotaugliche Formate gepresst wurden. In diesen Momenten wirkt „Bankrupt!“ in der Tat etwas überkandidelt, ja fast schon zu gewollt kreativ, euphorisch und krawallig. So erinnert das vorliegende Album gleichermaßen an Einflussgeber wie MGMT, so wie das 2006er Werk „It´s Never Been Like That“ ein bisschen zu sehr den Hype um Bands wie Bloc Party aufgesogen hatte. Aber das ist schon okay. Schließlich ist Phoenix keine Band von der Stange. Darauf geben uns sogar Hellmuth Karasek und Sofia Coppola Brief und Siegel.

Anspieltipps:

  • Bourgeois
  • Chloroform
  • Oblique city
  • Drakkar noir

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