Josh Ritter - The Beast In Its Tracks - Cover
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Josh Ritter The Beast In Its Tracks


  • Label: Yep Roc/CARGO
  • Laufzeit: 44 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Josh Ritters Scheidungsalbum: Lieder über Trennung, Schmerz, Hoffnung und das Licht am Ende des Tunnels.

Josh Ritter ist Amerikaner und hatte sein Erweckungserlebnis mit dem Titel „Girl From The North Country“, das Bob Dylan mit Johnny Cash 1969 auf „Nashville Skyline“ anstimmte. Danach kaufte er sich seine erste Gitarre. Später am College verliebte er sich in die Lieder von Leonard Cohen und Gillian Welch, woraufhin er endgültig die Richtung als Singer/Songwriter einschlug. Sein gleichnamiges Debüt veröffentlichte er im Jahr 2000, die Aufmerksamkeit lenkte er jedoch erst mit dem Nachfolger „Golden Age Of Radio“ (2001) auf sich. Danach war Josh Ritter mit jedem Album im Fokus der Singer/Songwriter-Gemeinde, sein zuletzt erschienenes „So Runs The World Away“ war da keine Ausnahme.

Das vorliegende „The Beast In Its Tracks“ fügt der Mär vom leidenden Künstler ein weiteres Kapitel hinzu. Nach 18-monatiger Ehe wurde Ritter geschieden und was bleibt einem Singer/Songwriter anderes übrig, als ein solches Ereignis in Songs umzumünzen? Wie so viele flüchtete Ritter zunächst in den Alkohol, hatte latente Suizidgedanken, tourte dennoch weiter und musste sich letztlich Schlaftabletten vom Arzt verschreiben lassen. Das ganze Programm sozusagen. Das Liederschreiben wurde zur Therapie, lenkte das Biest in die richtige Spur, der Albumtitel spricht für sich.

Der erste den Mond anheulende Titel, „Third Arm“, ist bereits nach zwei Minuten vorbei, findet jedoch in „Evil Eye“ die entsprechende Fortsetzung. „A Certain Light“ lässt ebenjenes Licht ins Geschehen, ohne die das ganze Album durchziehende Melancholie aufzugeben. Die Hoffnung stirbt zuletzt, will uns „Hopeful“ mitteilen, ein Titel, der an eine verschollene Coverversion John Lennons denken lässt. Was folgt sind quälende „Nightmares“, von denen allerdings mit Ritters sanft-melancholischen Mitteln berichtet wird.

Er erzählt uns mit seiner warm-weichen Stimme das ganze Drama, ohne dabei allzu dramatisch oder gar theatralisch zu werden. Ebenso sanft wie reduziert ist das Ganze instrumentiert. Dabei bildet Folk die Grundlage seiner Songs, die er mit fein gesponnenen Popelementen versieht, die dennoch das Seichte außen vor lassen. So versteht er es wiederholt, zu Herzen rührende, traurige Songs wie „Heart’s Ease“, „The Appleblossom Rag“ und „In Your Arms Awhile“ zu präsentieren. Dennoch schimmert das Licht am Ende des Tunnels, mit dem Sonne am Horizont imaginierenden „Joy To You Baby“ und dem verhalten optimistischen „Lights“ beendet Josh Ritter sein Scheidungsalbum und lässt die Schlussfolgerung zu, dass sich „The Beast In Its Tracks“ befindet. Der Amerikaner wird auch ohne größere Leiden seiner Leidenschaft des Liederschreibens nachgehen und damit so überzeugende Werke wie dieses hier abliefern.

Anspieltipps:

  • Third Arm
  • A Certain Light
  • Heart’s Ease
  • The Appleblossom Rag
  • Joy To You Baby

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