Six Feet Under - Unborn - Cover
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Six Feet Under Unborn


  • Label: Metal Blade/Sony Music
  • Laufzeit: 36 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Chimaira-Invasion ist vorüber, das Qualitätsniveau bleibt.

Ich glaube mein Barnes pfeift! Da legte des Orks liebste Death Metal-Kapelle mit „Undead“ (05/2012) ein Frischzellenkur hin, die mehr als nur willkommen war und ehe man sich versieht, klopft auch schon der Nachfolger an die Pforten von Mordor. „Unborn“ trägt als zehntes Langeisen der floridianischen Todeswalze allerdings nicht nur die Bürde, dem Vorgänger zumindest ebenbürtig zu sein, sondern muss als Jubiläumsscheibe zum 20er auch noch etwas ganz Spezielles bieten. Wie wäre es also mit einem neuerlichen Besetzungswechsel? Die Herrschaften Rob Arnold und Matt DeVries sind schließlich wieder abgerauscht und abgesehen von Drummer Kevin Talley hat keiner der Herrschaften (Steve Swanson (Gitarre), Ola Englund (Gitarre) und Jeff Hughell am Bass) Chimaira-DNA im Blut, was für einen weiteren Tropfen aus dem begehrten Jungbrunnen reichen dürfte.

Das ist beileibe aber nicht das einzige Ass, das Six Feet Under wieder ans Tageslicht befördern, denn, ob man es glaubt oder nicht, auf der aktuellen Schlachtplatte hat sich doch tatsächlich forderndes und durchdachtes Songwriting versteckt! Damit sind jedoch keine Meshuggah-Rhythmen oder ausufernde Dream Theater-Eskapaden gemeint, sondern schlicht und ergreifend auf den Punkt gebrachte Schlagbolzen, die abwechslungsreich und voller Spielfreude jedes Mal ins Schwarze treffen. Der Einfluss der kurzzeitigen Chimaira-Invasion steckt zwar noch in den Knochen („Fragment“, „Psychosis“) und das Eröffnungsplädoyer fällt mit „Neuro osmosis“ etwas verhalten aus, doch spätestens wenn Talley in „Prophecy“ seine Doublebassstiefel auspackt und „Zombie blood curse“ als arschcoole Death´n´Roll-Attacke über einen hinwegfegt, haben Barnes und seine Crew den Hörer in ihrer Gewalt und reihen deftiges Donnergrollen („Decapitate“) an blutige Circle Pit-Manifeste („Alive to kill you“), die sogar den Meister persönlich wieder zufrieden quieken lassen („The sinister craving“).

Besonders hervorstechende Momente liefert das Fünfergespann mit dem kaskadierenden „Incision“, das zu Beginn noch gedrosselt, aber hakenschlagend seine Aufwartung macht, um kurz vor der Zielgeraden einen tödlichen Widerhaken auszuwerfen, die höllisch-epische Nummer „The curse of the ancients“, welche keine Angst vor einer stimmungsvollen Erzählstruktur hat, und dem lavastromartigen „Inferno“, in dem Barnes gemütlich auf tiefer gelegten Riffsprossen vor sich hin brutzelt. Ja, gibt es denn ein schöneres Geschenk als ein saftiges Comeback zum runden Geburtstag? Six Feet Under lassen sich jedenfalls nicht lumpen und servieren ihren Fans ein astreines Empfehlungsschreiben für die nächsten 20 Jahre. Hoffen wir mal, dass des Orks liebste Death Metal-Kapelle das Niveau auch halten kann!

Anspieltipps:

  • Inferno
  • Incision
  • Prophecy
  • Zombie Blood Curse
  • The Curse Of The Ancients

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