Joe Bonamassa - An Acoustic Evening At The Vienna Opera House - Cover
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Joe Bonamassa An Acoustic Evening At The Vienna Opera House


  • Label: Mascot Records
  • Laufzeit: 101 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Lecker Strom? Nein, danke. Bonamassa ohne elektrischen Saft.

Die Veröffentlichungsanzahl aus dem Hause des Produzenten Kevin Shirley nimmt nicht ab. Alle paar Monate muss etwas Neues auf den Markt geworfen werden, wenn es kein Soloalbum von Joe Bonamassa ist, dann eben eine Live-Aufnahme, ein Seitenprojekt mit der Sängerin Beth Hart (kommt als nächstes) oder Neues von Black Country Communion. Bonamassa ist ein begnadeter Bluesmusiker, aber er kommt einem wie ein getriebenes Tier vor, das mit der Peitsche traktiert wird, um bloß nicht langsamer zu werden. Diesmal ist es eine rein akustische Aufnahme aus Wien, nächstes Mal bestimmt ein Konzert samt Orchester, der ganz normale Lauf der Musikdinge.

Auf der Live-Doppel-CD ist eine gute Mischung aus Joes Repertoire zu hören, wobei einige Stücke gespielt werden, die schon immer akustisch waren, besonders die vom „Sloe Gin“-Album. Es gibt aber auch Stücke, von denen man eine akustische Version nicht erwartet hätte, z.B. „The Ballad Of John Henry“, das deutlich langsamer und monotoner daherkommt. Einige Songs klingen noch mehr nach wildem Westen als die Originale („Dust Bowl“ oder „Slow Train“), einen großen Beitrag leisten hierbei die vielen zusätzlichen akustischen Instrumente, ob nun Idio-, Membrano- oder Chordophone. Diese sorgen auch dafür, dass sich immer wieder ganz andere Stimmungen entfalten, die dazu beitragen, dass es nicht zu eintönig und langweilig wird. Für mehr Aufregung sorgt das peppige „Stones In My Passway“, das mit vielen Instrumentensoli gespickte „Athens To Athens“ oder das melodische „Driving Towards The Daylight“. Zum Ende kommen die beiden Klassiker, die auf keinem Konzert fehlen dürfen, „Mountain Time“ mit einem unüblichen Banjoeinsatz und das schnelle „Woke Up Dreaming“, bei dem Bonamassa sein Können auf dem Griffbrett beweist.

Vielleicht verströmt die audiovisuelle Variante einen größeren Charme und bietet mehr Reize, denn trotz der soliden Leistung aller Musiker wirkt das Album doch etwas monoton, eine gewisse Bonamassa-Übersättigung tritt ein, nicht zuletzt durch die vielen Veröffentlichungen in letzter Zeit. Wahrscheinlich hätte die Quintessenz des Konzerts auf einer CD eine größere und nachhaltigere Wirkung entfaltet.

Anspieltipps:

  • Slow Train
  • Athens To Athens
  • Stones In My Passway
  • Woke Up Dreaming
  • Sloe Gin

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