Luke Gasser - Retribution - Cover
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Luke Gasser Retribution


  • Label: Fastball Music
  • Laufzeit: 43 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Rockmusik der richtig alten Schule.

Als Filmemacher hat man den Eidgenossen Luke Gasser inzwischen eher auf der Karte, als noch als Musiker. Genau an dieser Tatsache möchte der Mann mit der wilden Lockenpracht rütteln und schmeißt uns eine knappe Dreiviertelstunde klassischer Rockmusik um die Ohren. Auf „Retribution“ gilt das Gesetz des Kraut-Rock mit jammernden Gitarren und Schlagzeugen, die einen Spießrouten-gleich durch die Tracks prügeln. „Retribution“ ist dem Namen entsprechend eine Zeitreise zu einem Punkt, an welchem die Musik einfach nur krachen sollte.

Ein Opener, der aus nicht mehr als einem krachenden Fortissimo der Band besteht und geradlinige Rocker mit hohem Tempo wie der Titeltrack, sind die eindeutige Einleitung in Gassers Vorstellungen für sein Musikerlebnis. Auch die langsamen und Mid-Tempo-Nummern haben sich eingängigen Refrains und klassischen Elementen wie der Mundharmonika und Springsteen-Gitarren zu unterwerfen. Von „Factory Girl“ bis „From Now On“ wird von Country bis Folk alles eingestreut, was den Rock in den 70ern begleitet hat.

Dabei entsteht selten das Gefühl, dass Gasser selbst darauf aus war, einen richtigen Hit zu landen. Zu „From Now On“ lässt sich zwar ganz nett schunkeln und „Retribution“ rockt ordentlich von vorn bis hinten. Wirklich im Kopf bleiben diese Arrangements allerdings nicht. Die Musik ist fast so authentisch, dass sie schon wieder unscheinbar wirkt. Keine wilden Kracher, wie sie Wolfmother bekannt gemacht haben. Viel mehr solche Standardrocker wie das Duett „Horizon“, welches nie langweilt, aber irgendwie keine eigene Identität aufbauen kann. Die Rockstimmung sitzt, doch die Lieder selbst wollen für sich nicht den gleichen Respekt einfordern.

So schmiegt sich das Konzept des Albums geschickt an die Vorlieben alter Rockfans und wirkt auf Dauer so unauffällig, dass der gefällige Hintergrundlärm stundenlang laufen könnte, ohne jemanden zu stören. Ganz im Gegenteil fühlt man sich durchgehend unterhalten. Wird nur jemand fragen, was da gerade lief und welche Tracks empfehlenswert seien, dann kratzt man sich am Kopf und muss schon ordentlich in Gedanken kramen, um den Namen Luke Gasser in Erinnerung zu rufen. Manch einer greift vielleicht gleich auf die Originale dieses Jahrzehnts zurück.

Anspieltipps:

  • Retribution
  • Factory Girl
  • Pilgrim

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