Justin Timberlake - The 20/20 Experience - Cover
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Justin Timberlake The 20/20 Experience


  • Label: RCA/Sony Music
  • Laufzeit: 70 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein Comeback mit leider nicht durchgehend überzeugenden R&B-Retro-Sounds.

Fast sieben Jahre nach seinem zweiten Album „FutureSex/LoveSounds“ gibt sich Justin Timberlake endlich wieder die Ehre und lässt neues Material von sich hören. Mit dem legendären Produzenten Timbaland, der auch beim letzten Mal dabei war, präsentiert der smarte Sänger, Moderator, Schauspieler und Songwriter zehn neue Songs. Handwerklich gingen ihm James Fauntleroy (Rihanna, Jamie Foxx) und J-Roc Harmon (Nelly Furtado, Chris Cornell) sowie eben Timbaland alias Timothy Mosley zur Hand.

Nachdem der Vorgänger, der sich in ziemlich elektronischen Gewässern bewegte, ohne den Prince / Michael Jackson-Hintergrund des Künstlers zu vergessen, an die bisherigen Erfolge anknüpfte, ist nach sieben langen Jahren die Spannung recht groß, was Timberlake diesmal ausgetüftelt hat.

Es ist sehr erfreulich, dass Justin Timberlake so gar nicht auf Nummer sicher geht: Lange Tracks (7-8 Minuten) zwingen zum Zuhören und musikalische Experimente wie „Blue Ocean Floor“ oder das treibende „Strawberry Bubblegum“ überraschen durchaus. Beatmeister Timbaland hält sich diesmal meist zurück und Timberlake kehrt nachhaltig zu seinen Pop/R&B-Wurzeln zurück. Die modernen Beats hat er aber ebenso im Gepäck, so dass für genügend musikalische Abwechslung gesorgt ist.

Die Innovativen zuerst: „Blue Ocean Floor“ lässt melodielose Keyboardflächen und die Stimme von Timberlake zu einem interessanten Mix verschmelzen, der sehr mutig scheint. „Strawberry Bubblegum“ stellt sich dagegen ganz anders dar: R&B-Sound wird von fetten Beats abgelöst und die helle Stimme von Justin kämpft gegen den Bass und andere elektronische Spielereien. Die erste Single „Suit Tie“ groovt ordentlich, doch auch der Kurz-Rap von Superstar Jay-Z kann sie nicht vor dem Durchschnitt retten. Außerdem ist das der einzige Hip Hop-Ausflug, der aber nicht überzeugt. Die zweite Single „Mirrors“ setzt auf altbewährte Qualität. Typische R&B-Klänge kombiniert mit Timberlakes flehender Stimme kommen dabei heraus.

Bei „Don't hold the wall“ und „Let the Groove get in“ tobt sich Producer Timbaland mit viel Trommeln, afrikanischem Hintergrund und fettem Bass richtig aus, was jedoch nicht wirklich zündet. „Pusher Love girl“ und „That Girl“ oder „Dress on“ zelebrieren dagegen lupenreinen altmodischen, ziemlich funkigen R&B, den Timberlake immer wieder modernisiert und perfektioniert hat, wobei er nicht selten auch stimmlich nach Jamiroquai klingt.

Die Bewertung fällt ein wenig schwer, denn so mancher Track braucht länger, um richtig zu wirken. Für den Mut, nicht die Charts-Sicherheitsschiene zu fahren, kann man Timberlake nicht genug Respekt zollen. Dennoch bleibt bei allem Lob doch die Erkenntnis, dass so ein richtig guter Song nicht hervorsticht. Warum müssen die Tracks eigentlich so lang gezogen werden? Es ist bedauerlich, doch trotz einiger Lichtblicke kann Timberlakes dritte Solo-CD nicht durchgehend überzeugen.

Anspieltipps:

  • Pusher Lover Girl
  • Strawberry Bubblegum
  • Mirrors
  • Blue Ocean Floor

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