OneRepublic - Native - Cover
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OneRepublic Native


  • Label: Interscope/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 45 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Aller guten Dinge sind drei? Nach zwei schwachen Alben muss dieses nun genau unter die Lupe genommen werden.

Wir erinnern uns an das Jahr 2007. Til Schweiger, Deutschlands Kult-Schauspieler, landet mit Keinohrhasen einen absoluten Kino-Kassenschlager. Unzertrennbar damit verknüpft: der Song „Apologize“ der Band OneRepublic, der ein internationaler Nummer-Eins-Hit wird. Bis dato vor allem durch diverse Internet-Plattformen wie YouTube oder Myspace bekannt, gelingt den US-Amerikanern der lang ersehnte Durchbruch. Was dann geschieht, reflektiert durchaus auch Til Schweigers weiteres Vorgehen. Sieht man sich seine Filme an, sind da anfänglich ein paar gute Versuche, die einem ähnlichen Konzept folgen. Auch OneRepublic knüpfen dort an und veröffentlichen „Stop and stare“ und „Say (all I need)“, wobei letzteres schon nicht mehr wirklich ankommt. Etwas anderes muss her. Oder eben wieder das gleiche wie am Anfang. Til Schweiger folgt diesem Konzept und veröffentlicht die Fortsetzung zu genanntem Film: „Zweiohrküken“. Passender Soundtrack dazu: „Secrets“ von OneRepublic.

Nicht überraschend, dafür aber beruhigend, ist hierbei anzumerken: das reine Kopieren von Vorgängern und seien es die eigenen, scheint nicht zu funktionieren. Sowohl Fans als auch Künstler kommen an den Punkt, an dem etwas Neues gefordert wird. Während Herr Schweiger zum Tatort wechselt - und sich dem Feuer aus Lob und Kritik aussetzt - folgen OneRepublic diesem Beispiel in ihrem Metier. Das dritte Album rund um Sänger Ryan Tedder will „mitreißender“ sein. Dazu haben sie sich einer ganzen Palette neuer Elemente bedient. Electro- und Dance-Phasen sind ebenso verstärkt vorhanden, wie Folk-Momente und eine Reihe von Gospel-Einsätzen (z.B. in „Don’t look down). Tatsächlich bekommen die zwölf Titel dadurch eine ganz besondere Note. Und so schlimm, wie vielerseits befürchtet, sind die Stücke nicht. „Feel again“ (übrigens Soundtrack zu Schweigers Film „Schutzengel“) war ein Vorbote, dessen Schein nicht zu sehr getrogen hat. Zumindest ein paar der Lieder gehen in diese Richtung, schaffen es also, den Anschein zu erwecken, nicht dem Mainstream zu Liebe, sondern aus Liebe zur Musik geschrieben worden zu sein. Und diese Lieder haben das Potential, groß rauszukommen.

Stellenweise geschieht aber genau das Gegenteil und es beschleicht einen das Gefühl, dass versucht wurde, möglichst genau das zu treffen, was der Hörer gut finden könnte. (Vielleicht daher auch der Titel „What you wanted“?). Das mag mal funktionieren und sich vielleicht auch mal kopieren lassen, ist auf Dauer aber kein Patentrezept (und schon gar nicht „Something I need“). Das zeigt auch der Song „Can’t stop“ in dem alle gängigen Stilelemente verarbeitet wurden, die gerade angesagt sind. Damit bleibt trotz größter Bemühungen leider das Fazit, das im Zusammenhang mit dieser Band schon einmal gezogen wurde: die Songs, die ausgekoppelt werden, sind es wert. Und sie sind diesmal wirklich gut, hörenswert und machen Spaß. Die anderen leider weniger.

Anspieltipps:

  • Counting stars
  • I lose myself
  • Feel again
  • Something I need

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