Fall Out Boy - Save Rock And Roll - Cover
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Fall Out Boy Save Rock And Roll


  • Label: Island/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 42 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein Comeback, das aber mal so richtig gegen die Wand gefahren wurde!

Mit der von Butch Walker (Avril Lavigne, P!nk, Simple Plan, The All-American Rejects) produzierten Scheibe „Save Rock And Roll” und den Gästen Foxes, Elton John, Courtney Love und Big Sean, kehren Fall Out Boy mehr als vier Jahre nach ihrem letzten Studioalbum „Folie Á Deux” (12/2008) und drei Jahre nach der Verkündung, dass sich die Band eine Auszeit auf unbestimmte Dauer genommen hat, zurück auf die Bildfläche des Mainstream-Pop-Rock, um angeblich dem Rock’n’Roll das Leben zu retten. Die Betonung liegt freilich auf angeblich. Denn Humor hatten die Jungs von Fall Out Boy ja schon immer.

In den vergangenen Jahren vertrieben sich die Bandmitglieder zumeist mit anderen musikalischen Projekten die Zeit. Joe Trohman (Gitarre) und Andy Hurley (Drums) gründeten zusammen mit Mitgliedern von Anthrax und Every Time I Die die Band The Damned Things, Pete Wentz (Bass) gründete die Band Black Cards und Patrick Stump (Gesang) veröffentlichte im Oktober 2011 sein Soloalbum „SoulPunk“. Doch jetzt ist die Viererbande frisch wiedervereint, um ihr mit viel Bombast inszeniertes Comeback zu zelebrieren.

Auf „Save Rock And Roll“ präsentieren sich Fall Out Boy poppiger denn je. Die Rock-Gitarren sind im Klangbild so weit nach hinten gerutscht, dass man gleich ganz auf sie hätte verzichten können. Und ein Refrain ohne „Na, na, na, na“, „Oh, oh, oh, oh“ oder dümmliches Mitklatschen ist scheinbar kein guter. Denn auf diesem Album muss alles auf Gedeih und Verderb ins Ohr gehen. Und zwar schnell und ohne Rücksicht auf Verluste. Doch die wird es geben, weil Fall Out Boy vor keinem Einfluss Halt machen, der in den letzten Jahren in der Popmusik Singlehits gelandet hat.

So bedient sich „Alone together“ an den klebrigen Harmonien von Rihannas 2007er Hit „Umbrella“, während „Just one yesterday“ anfänglich sehr dicht an Adeles „Rolling in the deep“ vorbeischrammt und der Titeltrack im Duett mit Elton John sehr gut bei Leona Lewis´ „Bleeding love“ aufgepasst hat. „The mighty fall“ könnte ebenso von Maroon 5 entliehen sein und „Miss missing you“ sowie auch „Young volcanoes“ gehen als kleine Train-Verschnitte (remember: „Hey, soul sister“ und „Drive by“) durch. Doch es geht sogar noch eine Stufe schlimmer, wenn Cobain-Witwe Courtney Love einen desaströsen Kurzauftritt in „Rat a tat“ hinlegt.

Ein musikalischer Genuss ist wahrlich etwas anderes, als dieses bunt zusammengeklaute Möchtegern-Hit-Futter, das in einen aufdringlichen Breitwandsound gekleidet wurde und dermaßen nach Wegwerfware und Plastik klingt, dass der Hörer einfach nur schreiend wegrennen möchte. Für diejenigen, die Fall Out Boy einmal gut fanden, muss „Save Rock And Roll“ der Höchststrafe gleichkommen. Alle anderen dürfen entgeistert mit den Achseln zucken und zur Tagesordnung übergehen, die in den vergangenen vier Jahren auch ohne Fall Out Boy schon schlimm genug war.

Anspieltipps:

  • Alone together
  • Young volcanoes
  • Miss missing you
  • Just one yesterday

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