Matt Bianco - Hideaway - Cover
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Matt Bianco Hideaway


  • Label: earMUSIC/Edel
  • Laufzeit: 52 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Zurück zum Pop und viel Sommer, Sonne und Strand im Herzen.

Nach der Best-Of-Scheibe kam die leise Hoffnung auf, dass Matt Bianco sich auf ihren Lorbeeren ausruhen und es gut sein lassen. Ein Querschnitt ihrer besseren Stücke ließ das häufige Mittelmaß der Jazz/Bossanova/Pop-Schmuser vergessen und sorgte für eine richtig feine Platte. Aber natürlich hat das hoffnungslos romantische Duo noch immer nicht genug und kehrt abermals zurück zu südamerikanischen Rhythmen und Melodien. Dazu geht es natürlich immer wieder um die Liebe, die manchmal schon aalglatt vorgebracht wird.

Man nehme eine leicht verdauliche Melodie und spiele sie gute vier Minuten im Loop. Alles, woran der Hörer denken soll, sind Cocktails, Strand, Sonne, Urlaub und natürlich Liebe! Wie wenig in den Auftaktnummern „You Are My Love“ und „Too Late For Love“ passiert, ist schon beeindruckend. Wem langweilig ist, der kann versuchen mitzuzählen, wie oft die titelgebende Zeile „Too Late For Love“ gesungen wird, wenn er nicht schon der „lalalalalalala“-Melodie von „Kiss The Bride“ verfallen ist. So einfallslos die ganzen Lieder nämlich auch erscheinen, so leicht gehen sie dem Hörer in den Kopf. Und an dieser Stelle muss erwähnt werden, dass die Lieder schlichtweg erfüllen, was ihnen aufgetragen wurde.

Nur selten schaffen es Matt Bianco allerdings, dass der glatte Pop das Steuer den Einflüssen südamerikanischer Musik überlässt. Selbst wenn die instrumentale Herangehensweise wie in „Medusa“ sehr gut gestaltet ist, macht der Gesang das Gefühl authentischer Musik sofort zunichte. Im Gegenteil schüttelt man das Gefühl von vorprogrammierter Pop-Musik mit fremdartigen Einschüben einfach nicht los, was die Lieder nie über ein gewisses Level steigen lässt.

Spätestens der Dance-Pop-Unfall „Falling“ und die altmodisch R'n'B-Pop-angehauchten „The Other Side Of Love“ und „It's Just The Way It Goes“ machen diese Schwächen des Duos deutlich. Hier trieft der Schmalz aus allen Boxen und tönt in 08/15-Manier, dass es einem die Schamesröte ins Gesicht treibt. Zum Glück findet die Band nach dem peinlichen Mittelteil zu ihrem seichten, aber zumindest sehr gut zugänglichen Stil zurück, der „Bacardi Feeling“ hervorruft. Für den Cocktail-Abend als harmloser Hintergrund sind Matt Bianco auch auf „Hideaway“ noch zu gebrauchen, doch sobald sie volle Aufmerksamkeit zugeteilt bekommen, fällt es ihnen schwer, auf Dauer zu unterhalten.

Anspieltipps:

  • Medusa
  • You'll Never Know

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