Phil Vetter - 42 - Cover
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Phil Vetter 42


  • Label: Soulfire/Rough Trade
  • Laufzeit: 40 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

„42“ knüpft stilistisch an „Karate“ an, wuchert aber etwas zu sehr mit dem Pfund „Reggae“.

Premiere im Hause Phil Vetter! Zum ersten Mal hat der Wahl-Münchner Liedermacher einen Longplayer komplett in deutscher Sprache eingesungen. Diesen hat er auf den Namen „42“ getauft. Vielleicht, weil der gebürtige Dachauer in diesem Jahr 42 wurde. Bei der Entstehung vertraute Vetter wieder auf den Produzenten Francisco Perez Mazon, mit dem er in einer Künstler-WG im Westen Münchens lebt und bereits den Vorgänger „Karate“ (01/2012) betreute.

„42“ knüpft stilistisch direkt an „Karate“ an und führt den eingeschlagenen Weg konsequent fort. Das heißt, dass sich Phil Vetter nicht mehr so stark auf das Singer/Songwriter-Genre in seiner klassischen Art limitieren lässt, sondern erneut Elemente aus Dubstep, Reggae, Electro, Pop und Indie-Rock in seinen Stücken einbringt. Das fördert auf der einen Seite die Spannung, führt heuer aber auch dazu, dass „42“ ein wenig zerklüftet und ziellos klingt. Zudem hat es den Anschein, als würde Phil Vetter in einer höheren Tonlage als auf früheren Alben singen. Vielleicht will sich der 42-Jährige damit ganz bewusst von seinem stimmlichen Pendant Sven Regener (Element Of Crime) abgrenzen.

Somit muss der erfahrene Vetter-Hörer erst einmal ein paar Klippen umschiffen, um mit „42“ warm zu werden. Dazu gehört insbesondere der Umstand, dass sich Phil Vetter diesmal äußerst gründlich mit Reggae- („Affentanz“, „Totschlag“, „Theater“, „Durchblick“) und Dubstep-Rhythmen („Nach und nach“, „Rotalarm“, „Durchblick“) auseinandersetzt. Klassische Popsongs („Hundert pro“, „Knallhart“) oder auch mal eine Ballade („Gedankenkarussell“) kommen dabei definitiv zu kurz.

Hier scheint Vetters Künstler-WG doch etwas zu sehr auf den Liedermacher abgefärbt zu haben. Denn zu den Mitbewohnern gehören auch Mitglieder der Münchner Reggae-Band Jamaram. Ob das gefällt, muss jeder einzelne für sich entscheiden. Der Verfasser dieser Zeilen meint jedenfalls: „Wenn ich Reggae hören möchte, kaufe ich kein Phil-Vetter-Album!“.

Anspieltipps:

  • Theater
  • Knallhart
  • Nach und nach
  • Gedankenkarussell

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