Callers - Reviver - Cover
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Callers Reviver


  • Label: Partisan/Rough Trade
  • Laufzeit: 41 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
7.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein Strom aus vielen Ideen, der den Hörer nicht immer mitreißt.

Die Callers (Sara Lucas und Ryan Seaton) klingen wie aus einer anderen Zeit. Kratzende Gitarren aus der „Heroes“-Ära eines David Bowie treffen klare Akustiktöne und die ausgedehnten Töne aus den Mündern des Duos. Keine Sorge, der ebenfalls „Heroes“ betitelte Song ist kein Bowie-Tribut, sondern spielt mit eigenen Reizen. Ginge es nur um den Auftakt des neuen Albums „Reviver“, müsste man nämlich artig den Hut ziehen.

„Good Years“ und „Heroes“ sind atmosphärische Meisterwerke, die besonders über Kopfhörer mit vollem Bass und hypnotischen, einfachen Rhythmen die Hörer in eine wohlige Stimmung versetzen. Irgendwie ist Bewegung in dieser Musik, ohne hektisch zu wirken. Nein, die Musik der Callers beruhigt sogar auf ihre ganz eigene Weise. Wenn dann auch die Percussions rhythmisch vertrackt arbeiten, denkt man statt an Bowie auch endgültig an weniger depressive Radiohead-Nummern. Dafür sorgt auch der unglaublich lang gezogene Gesang. Die Stimmen sind für die Callers mehr Instrument als Überbringer von Botschaften.

Leider muss man sich im Laufe des Albums der Kritik auf hohem Niveau hingeben. Der Titeltrack „Reviver“ hat keine Tiefe, die nicht schon „Heroes“ abgedeckt hätte und das minimalistische „Long Control“ ist mehr Interlude als eigenständiges Werk. Auch die entfernt an Portishead erinnernde Nummer „Turner“ verfehlt es, den Hörer an sich zu binden. Wer nicht gerade auf den sehr erdig eingesetzten Bass steht, der findet nur wenig, was diesen Track zu etwas Besonderem macht. Das hört sich hart an, gerade weil die Musik der Callers stets interessant und ansprechend bleibt.

Nach dem tiefschürfenden Auftakt hätte man sich einfach mehr von dieser vielschichtigen Reise gewünscht, wie sie im schwebenden „It's A Ringer“ und dem Zeitlupen-Jefferson-Airplane-Track zur Entspannung „Antenna“ fortgesetzt wird. Man kann den Callers nur vorwerfen, dass ihr Mittelteil nicht ganz so einsaugend wirkt, wie der Rest des Albums. Wenn sie dann aufdrehen, sind die Ergebnisse in der Oberklasse des Art-Rock und dürfen sich den Geheimtipp-Stempel gern ins Logbuch eintragen.

Anspieltipps:

  • Good Years
  • Heroes
  • It's A Ringer

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