Steve Mason - Monkey Minds In The Devil´s Time - Cover
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Steve Mason Monkey Minds In The Devil´s Time


  • Label: Domino Records
  • Laufzeit: 59 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Steve Mason kann sich vor Botschaften gar nicht mehr retten.

Wenn man Steve Masons neues Album „Monkey Minds In Devil's Time“ mit einem Wort beschreiben soll, dann fängt dieses sehr wahrscheinlich mit einem „Über“ an. Überforderung, Überfrachtung und Überraschung sind nur drei Schlagworte, die eine Tour-De-Force aus Botschaften sowie Pop- und Rockmusik aller Facetten beschreibt, die da eine Stunde aus den Boxen hervor preschen. Die Frage, die sich das Album und Mason im Zusammenhang mit solch einer Darbietung stellen müssen, ist, ob dieses Album überdauern kann.

Streng genommen besteht das Album aus nur neun echten Liedern. Da werden Erinnerungen an die Großtaten Dredgs wach, als die Hälfte des Albums aus Interludes u.ä. bestand, die das Konzept zusammenhielten. Mason arbeitet ganz ähnlich und macht dabei vom typisch abgeschnittenen Opener, der ins erste Lied einleitet („The Old Problem“), über instrumentale Einschübe (eine Minute lang Mundharmonika für alle in „Flyover '98“) und Gesellschaftskritik durch Aufnahmen aus dem Fernsehen oder HipHop zum Besten geben lässt (u.a. „More Money, More Fire“ und „The Last Of The Heroes“).

Zwar verstecken sich unter diesen Einschüben auch eigenständige Melodien, doch in erster Linie spielen diese Stücke mit völlig anderen Stimmungen, die mal südeuropäisch anmuten („The Last Of The Heroes“) oder Spoken-Word die Bühne überlassen („From Hate We Hope“). Es gibt viel zu entdecken auf dem neuen Silberling, was den Fluss des Albums schon mal aus dem Ruder bringen kann. Konzeptalbum-Fetischisten bekommen natürlich jetzt schon feuchte Finger, doch auch weniger progressive Hörer sollten aufmerken.

Lässt sich Mason nämlich nicht gerade an all seinen Experimenten aus und bastelt weiter an einem Frankenstein-Album, dann ist seine Musik ziemlich konsequent dem Brit-Pop und Brit-Rock der 90er Jahre zuzuordnen. „Oh My Lord“ hätte eine der unauffälligeren, aber eben immer noch gefälligen Nummern Oasis' sein können und das bläserlastige „Fire!“ hätte gerade auch mit dem einleitenden HipHop-Einschub „More Money, More Fire“ strukturell von Blur stammen können. Sobald ein Stück die Vierminutenmarke überschreitet kann man sich als Hörer auf leichtere Kost einstellen. Zumindest so viel Stringenz gesteht Mason dem Hörer zu.

Das gesamte Puzzle ist ein Mischmasch aus Liebesliedern, politischen Botschaften und Ostereiern in akustischer Form. Eben noch Irakkrieg, dann schon wieder Sportereignis, bevor die Lebensweisheiten zu erdigen Basslines vorgetragen werden, als sei man beim Poetry Slam gelandet. Für die einen werden die stützenden Pop/Rock-Stücke des Albums zu konventionell sein, doch viele andere werden gerade diese Stücke als Fels in der Brandung betrachten, wenn man sich in den vielschichtigen Ton-Dschungel Masons traut. Ohne die ganz großen Ausrufezeichen setzen zu können, ist „Monkey Minds In Devil's Time“ doch so spannend und interessant geworden, dass ein Über-Wort bleibt. Steve Mason überzeugt.

Anspieltipps:

  • A Lot Of Love
  • From Hate We Hope
  • Oh My Lord

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