Suicidal Tendencies - 13 - Cover
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Suicidal Tendencies 13


  • Label: Suicidal Records
  • Laufzeit: 59 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Die 13 kann auch eine Glückszahl sein.

Zu irgendwelchen symbolischen Zahlen als Albumtitel lassen sich Bands und Interpreten gerne dann hinreißen, wenn Kreativität und Einfallsreichtum einen Nullpunkt erreicht haben. Magische Zahlen wie 3, 7 oder die bitterböse 13 schocken mittlerweile auch keinen mehr. Und auch wenn „13“ der kalifornischen Crossover-Heroen Suicidal Tendencies zumindest auf dem Papier keinen mehr hinter dem Ofen herlockt, könnte die Zahl passender nicht sein. Immerhin sind 13 lange Jahre seit dem letzten Longplayer „Free Your Soul And Save My Mind“ verstrichen - eine Zeit, die sich eine Band heutzutage trotz ausgedehnter Touren kaum noch erlauben kann. Deshalb sei ihnen der Albumtitel gegönnt. „13“ ist ironischerweise die neunte Langrille von Mike Muir und seinen Jungs und schließlich das lang erwartete, auf Silberling gepresste Lebenszeichen der Skatecoreler. Mehr noch: Die Unglückszahl verpufft hinsichtlich der Tatsache, dass die fünf Musiker sich nicht nur fulminant zurück melden, sondern auch noch eines der stärksten Alben der Bandgeschichte aus dem Ärmel schütteln, welches sich ohne Mühe mit den großen hauseigenen Klassikern messen kann. Hier also noch einmal die Frage: Hat sich das Warten gelohnt? Sind die Suicidals immer noch Cyco? Verdammt, ja!

Mit dem Opener „Shake It Out“ beweisen die fünf Recken aus Venice Beach mit der allseits beliebten Mischung aus Skate-Punk und groovigem Metal, dass sie immer noch voller Energie sind. Wie bei allen anderen Songs auch, schaffen es die Suicidal Tendencies, hier richtig Laune zu machen. Wer keine Hummeln im Hintern hat, ist wahrscheinlich eh schon tot. Dass die Mucke live am besten funktioniert, wissen Muir und seine Kumpane wahrscheinlich eh selbst. Deshalb ist „13“ wie eh und je das ideale Vorglühen für künftige Gigs. Jede Komposition ist so geschrieben, dass sie auch live vorzüglich funktionieren sollte. Doch auch auf Konserve gebannt, macht das Album Spaß und wird ziemlich abwechslungsreich präsentiert. Voll eine auf die Zwölf - pardon, auf die Dreizehn - kriegt der Hörer, wenn die Band sich zu ihren Thrash- und Hardcore-Wurzeln bekennt, in Songs wie „Smash It!“, „Make Your Stand“, „Slam City“ oder „Life (Can't Live With It, Can't Live Without It)“ ordentlich loslegt und den Härtegrad erhöht. Es sind aber Songs wie „This Ain't A Celebration“, „Who's Afraid“, „Cyco Style“, „Show Some Love...Tear It Down“ und „Living The Fight“, die die Band in ihrem Element zeigen. Hier vereinen die Jungs erfolgreich Skaterpunk mit hartem Riffing und Motörhead'schen Vibes. Höchst eingängig und mit einem nicht zu unterschätzenden Mitsing-Faktor folgen diese Nummern dem bewährten Suicidal-Erfolgsrezept.

Und auch dem Funk Metal schwört man auf „13“ nicht ab. Selbstverständlich haben „Till My Last Breath“ oder „This World“ nicht mehr den Phänomen-Charakter der 90er-Jahre, treffen aber immer noch den Nerv. Es ist ohnehin einfach schön, zu sehen, dass es eine der absoluten Live-Großmächte des Metals immer noch im Studio drauf haben. Wer bisher das Glück hatte, die Suicidal Tendencies live zu erleben, weiß, welch Urgewalt sie auf der Bühne sind. „13“ liefert endlich wieder neues Material, mit dem sie ihrem Publikum zusätzlich einheizen können. Die Kompositionen sind wieder einmal 100% Cyco, machen total Bock und entschädigen für die gefühlt ewige Wartezeit. Bleibt nur zu hoffen, dass Kopftuch-Muir und seine Mannen sich nicht wieder so eine lange Studio-Auszeit gönnen. Bis dahin bleibt nach etlichen Verschiebungen und Vertröstungen 2013 das lang herbeigesehnte und einzig legitime „Year Of The Cycos“!

Anspieltipps:

  • This Ain't A Celebration
  • Who's Afraid?
  • Show Some Love...Tear It Down
  • Till My Last Breath
  • Life (Can't Live With It, Can't Live Without It)
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