The Thiams - KO.OK - Cover
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The Thiams KO.OK


  • Label: KO.OK Entertainment
  • Laufzeit: 56 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.5/10 Leserwertung Stimme ab!

„KO.OK“ soll einfach nur Spaß machen.

Ist das Retro-Pop wie ihn Mika und die frühe Kate Nash gerne servieren? Der Opener des neuen Albums „KO.OK“ führt auf falsche Fährten. „Mercury“ strahlt zwar tatsächlich frei von sonstigem Soul der Thiams und gibt sich verspieltem Piano und poppigen Gitarren hin. Auch im Gesang keine Spur von den typischen Wurzeln. Aber alles schnell zurück auf Anfang, wenn das Album sich fürs Erste wieder zurechtrückt.

Zurück in die 70er zu Funk, Jazz und Soul, heißt es postwendend in entspannten („No Loosers“) und romantischen („Big Chair“, „That Song“) Tönen. Da sind sie wieder, die langgezogenen, inbrünstigen Gesänge. Unterstützt von Chören und Instrumenten, die dem Soul aufs Tiefste verpflichtet sind (hallo Orgel, wir reden von dir!), weht ganz schnell ein anderer Wind, der aber nicht wirklich Ruhe aufkommen lassen soll. So taumeln die beiden Damen der Thiams im Titeltrack nämlich zurück in den Wahnsinns-Pop, der sonst den charmanten Mika auszeichnet. Brass aus den 30ern trifft R&B und Pop im Chorus, um in die Uptempo-Nummer „Good News“ mit Wohlfühlgarantie zu münden.

Der Schritt zwischen erwachsenem, teilweise sogar verwegenem Soul und unschuldigem Pop wie in „Good News“, ist nicht immer nachvollziehbar und so wirklich sicher ist man sich letztlich in keinem der beiden Bereiche, wo die Frauen nun ihre Stärke haben. Ein „Say Yeah Yeah“ macht mit seinem 70er-Flair schlichtweg Spaß, aber gleichzeitig will die Herzschmerz-Ballade „Every Single Day“ nicht wirklich ans Herz ran. Eine schöne Gesangsübung ohne große Auswirkungen. Dem ganzen setzt das über zehnminütige „Silence“ die Krone auf, welches nach knapp vier Minuten nur noch vor sich hin plätschert. So kann ein Album ausklingen, doch so nimmt „Silence“ dem Album den letzten noch klaren Trieb.

„Oh Darling“ von The Beatles wird ebenfalls Kontroversen in seiner Cover-Version hervorrufen. Wirklich nötig war es nun nicht und auch Cookie haut niemanden vom Hocker, so dass nach „Silence“ tatsächlich hätte Stille herrschen dürfen. „KO.OK“ hat ganz klar Stärken und Momente, die man gerne wieder hört. Dagegen herrscht aber auch hier und da eine gute Portion Mittelmaß ohne große Inspiration, die den angedeuteten Hoch-Zeiten der Band immer wieder recht konventionelle Grenzen setzt.

Anspieltipps:

  • Mercury
  • KO.OK
  • Big Chair

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