Stereoface - Face It - Cover
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Stereoface Face It


  • Label: Moerdermusic/Rough Trade
  • Laufzeit: 50 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Sexy Psychedelic-Post-Rock aus Österreich: Melodie, Lärm und die Kunst des Songwritings.

Stereoface ist eine auf Englisch singende Band aus Graz. Sie gründeten sich 2004 und veröffentlichten 2008 ihr Debüt. Zudem erschienen 2007 eine Single und 2009 eine EP. Von Anfang an waren Paul Pfleger (Gesang, Gitarre) und Nino Kadletz (Gitarre, Gesang) mit dabei. Bassist Lukas Schneeberger zählt seit 2005 und Schlagzeuger Günther Paulitsch seit 2011 zum österreichischen Quartett. Dass sie bereits für Aufmerksamkeit in der Szene sorgten, zeigt unter anderem ein Porträt der Band, das die Filmemacher Rudi Dolezal und Hannes Rossacher für die ORF-Dokumentarfilmreihe „Weltberühmt in Österreich“ fertigstellten.

Für das aktuelle „Face It“ konnten sie Produzent Clive Martin (David Byrne, The Cure u.v.a.) gewinnen. Sein Konzept hat das Quartett hierfür erweitert und bringt die Stile Psychedelic-, Art- und Noise-Rock unter einen Hut, auch der Begriff Post-Punk spielt bei den Österreichern eine Rolle.

Der Opener „Distress“ fegt wie ein Orkan aus den Boxen und klingt, als hätten Sonic Youth mit Jimi Hendrix gejammt. Hierfür bildet die helle Leadstimme von Paul Pfleger den Gegenpol. Nach und nach werden einem die Details vor Augen bzw. in die Ohren geführt. Mit vertrackten New-Wave- und Post-Punk-Rhythmen sowie einer in Johnny Lydon-Nähe agierenden Singstimme, wird „I Don’t Mean It“ angestimmt. Ganz ähnlich funktionieren „The Soil“ und „Fool Like Me“.

Auch die ruhigeren Töne beherrschen die Grazer, wie z.B. auf „In The Queue“, das sich gegen Ende erhebt und als melodisch lärmendes Gitarren- und Rhythmusgewitter erstreckt. Nahezu durchgehend grollt das heavy rockende „Quelle Horreur“, wogegen „Love Inside A Zoo“ geradezu sexy daherkommt und „Zoo“ sich wie „Sue“ anhört. Der Titel „Shoes“ windet sich wie eine Schlange um den Körper und Pflegers Stimme wird die weibliche Anhängerschar in Verzückung versetzen. Das Finale bilden das rockende „The Other“ und das zärtliche „Hardly“, die alles nochmals auf den Punkt bringen: Melodie, Lärm und die Kunst des Songwritings.

Das Album wirkt äußerst durchdacht, ohne dabei kopflastig zu werden. Stereoface verstehen es, ihre Ideen schlüssig umzusetzen. Dynamik und Energie werden kontrolliert eingesetzt, das Songwriting weiß zu gefallen und dass die einzelnen Bandmitglieder ihr Handwerk mehr als beherrschen, kann bei jedem Song herausgehört werden. Da gibt es nichts auszusetzen, Daumen hoch für Stereoface!

Anspieltipps:

  • I Don’t Mean It
  • In The Queue
  • Love Inside A Zoo
  • Shoes

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