Intronaut - Habitual Levitations - Cover
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Intronaut Habitual Levitations


  • Label: Century Media/EMI
  • Laufzeit: 57 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Freies Schweben in natürlicher Umlaufbahn.

Versucht da jemand, die entstandene Lücke nach dem Abgesang von Isis zu füllen? Auch wenn das nicht ganz abwegig klingt, wollen wir dies den Jungs von Intronaut nicht unterstellen. Ihre musikalische Entwicklung trägt aber tatsächlich ganz ähnliche Züge, waren sie am Anfang noch mit deutlich mehr Härte und Post-Hardcore Attitüde unterwegs, schlichen sich mit der Zeit immer mehr entspannte, fast schon post-rockige Passagen in ihren Sound. Selbst der Gesang hat seinen Schreicharakter abgelegt, trägt aber noch immer diese gewisse Rauigkeit in sich, die sich auch zu Melodien hinreißen lässt.

Zunächst klingt alles wie zuvor, viel Abwechslung innerhalb der Kompositionen, komplexe Klangstrukturen von der Rhythmusabteilung und Gitarrenschichten, die mal etwas Power und dann wieder sanftere Klänge anstoßen. Der Jazzcharakter ist reduziert worden, so dass die Arrangements nicht mehr durchgehend frei und losgelöst von Konventionen klingen, aber immer noch genug Spielraum besitzen. Insgesamt wirkt besonders die Riffarbeit etwas monotoner und einfacher als sonst, sprich nicht so wirklich ideenreich, ja sogar altbacken, dafür ist das Drumming einmal mehr sehr facettenreich und überzeugend. Die Band selbst fasst es in ihrem Titel mit „Gewöhnliches freies Schweben“ zusammen und das stimmt sehr gut mit der präsentierten Musik überein. „Habitual Levitations“ hat tatsächlich etwas von einem Umherschweben, einem etwas planlosen jedoch, ohne konkretes Ziel, mal hier und mal dort, von allem etwas.

Das Album hat keinen bestimmten Fokus, es klingt locker daherkomponiert und das, obwohl die Musik alles andere als luftig leicht ist. Das ist schon ein Kunststück für sich. In Ekstase verfallen wird trotzdem niemand und auch der Trancezustand droht hier keinem, aber es ist ein für (Post-)Metal-Musik sehr angenehm dahin fließendes Album, das auch den Hörern von Baroness gefallen sollte. Intronaut können die Klasse des Vorgängers zwar nicht halten, aber durch den anderen Ansatz ist der Vergleich obsolet.

Anspieltipps:

  • Killing Birds With Stones
  • Milk Leg
  • Harmonomicon

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