Umse - Wachstum - Cover
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Umse Wachstum


  • Label: Jakarta/Groove Attack
  • Laufzeit: 47 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

„Und wäre HipHop 'ne Blume, würd' ich sie gießen...“

Wäre Umse in der Politik für die Konjunktur zuständig, dann wäre er wohl äußerst konservativ. Umse bleibt bei den Wurzeln und setzt auf die einfache Mixtur aus viel Texten und einigen wenigen Samples. Das ist für seine Musik durchaus effizient, ein Zeichen gegen den Maximal-Wahn der Neuzeit und weitestgehend frei von einfallslosen Beleidigungen und Sexismus.

2013 sollte das natürlich kein Grund mehr sein, ein Album zu feiern. Und feiern möchte man auch nicht direkt, wenn Umse aus den Boxen dröhnt. Ja, er hat eine Prise Humor, wenn er überlegt, was er tun würde, wenn HipHop etwas anderes wäre. Dazu ist auch er ein Duden-Liebhaber, der das deutsche Vokabular mit einer großen Sicherheit und Bandbreite abgrast und manch einem Hörer sogar noch ein Wort beibringen könnte. Allerdings hilft auch ein reicher Sprachschatz nicht, wenn die Alltagstexte wie bei Cro nicht auf Dauer überzeugen können.

Der „Balkon“ ist nette Stadtkritik und -liebeserklärung in einem, doch wenn es weiter weg geht, dann fragt man sich, was der Spaß mit der „Wüste“ soll. Sobald es zu abgehoben oder zu sehr auf das Musikbusiness bezogen hergeht (z.B. „Gut Ding Will Weile Haben“), zünden die Rhymes Umses nicht so richtig. Auch sein Track an die Ladys, „Good Girls Gone Bad“, arbeitet zwischen den Grenzen, wenn Frauen stark beschrieben, aber eben doch als Perle und dergleichen betitelt werden. Hier fallen der fehlende Mut und die Befangenheit durch die Ursprünge des eigenen Genres ordentlich ins Gewicht und machen deutlich, wo Umse mit seinem unauffälligen Album seine Grenzen hat.

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