Mystigma - Unzerbrechlich - Cover
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Mystigma Unzerbrechlich


  • Label: Bob Media/SOULFOOD
  • Laufzeit: 52 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein Album, für das es sich nicht zu leiden lohnt.

Es gibt vieles, was einem beim Hören der neuen Mystigma-Platte „Unzerbrechlich“ durch den Kopf geht. Am ehesten trifft es der typisch deutsche, ziemlich altmodische Ausruf: Oh weia! Warum? Nun, Mystigma greifen in die Dark-Wave-Rock-Mottenkiste und geben keinen frisch gepflückten Pfifferling auf moderne Produktion und fortgeschrittene Ansprüche in Sachen fremdsprachiger Gesang und instrumentale Breite. Das macht man wohl einfach so in der Dark-Szene. Oh weia!

Das Album lässt sich gleich in zwei Teile trennen. Der englischsprachige Anteil kommt dabei aus diversen Gründen nicht gut weg. Der Gesang ist merklich weit von der Muttersprache entfernt. Es herrscht zwar nicht der Fremdschamfaktor, wie wenn eine fernöstliche Band ihre Englischkenntnisse für ihre Landsleute verständlich aus den Boxen tönen lässt, aber gut ist anders. Auf deutscher Seite hört es sich allerdings auch nicht immer besser an. Oft verhallt und verzerrt, klingt die Stimme nur sehr schwachbrüstig durch (z.B. in „Erinner Dich“). Selten passt die Stimme in einen Song so hinein, dass man nicht das Gefühl hat, dass es mehr störendes Element, als elementarer Bestandteil ist.

Neben „Was Von Der Nacht Noch Übrig Bleibt“ gelingt es der Band kaum, eine groß angelegte Melodie zu schaffen, die natürlich weiterhin von 80er-Synthies durchzogen alles andere als modern klingt. Trotzdem schaffen es Mystigma in besagtem Track, auch mal eine dichte Stimmung zu erzeugen. Das klingt düster. Das klingt emotional. Viel häufiger hört man allerdings peinlich vor sich hin quietschende Elektrotöne, die nicht hätten sein müssen. Da sind mäßige Nummern wie „Tiefes Rot“ schon echte Lichtblicke.

Man hofft auf ein schnelles Ende und möchte an Oomph! erinnern, die auch unter eigentlich gleichgesinnten Hörern schon mal von der Bühne geschmissen werden. Mystigma sind textlich nicht annähernd so peinlich, doch die musikalische Ausrichtung ist so hoffnungslos veraltet, dass man ernsthaft nachschauen sollte, wann die Uhr stehen geblieben ist. „Unzerbrechlich“ klingt alt, mäßig produziert und hat Mängel an allen Enden. So was haben Fans und jene, die es eigentlich noch werden sollten, nicht verdient.

Anspieltipps:

  • Was Von Der Nacht Noch Übrig Bleibt
  • Tiefes Rot
  • Bloodline

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